Eine Kündigung gehört zu den wichtigsten Schritten im Berufsleben. Ganz gleich, ob ein besseres Angebot vorliegt, persönliche Gründe eine Rolle spielen oder ein beruflicher Neustart geplant ist – bei dem Thema „Wie kündige ich richtig?“ geht es nicht nur darum, den Arbeitsplatz zu verlassen, sondern auch darum, rechtliche Vorgaben einzuhalten und das Arbeitsverhältnis professionell zu beenden.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Formalitäten wichtig sind, welche Fristen gelten und wie Sie Ihre Kündigung korrekt vorbereiten. Außerdem erhalten Sie praktische Hinweise für das Gespräch mit dem Arbeitgeber und erfahren, welche Rechte Ihnen nach der Kündigung zustehen.
Wie kündigen und den passenden Kündigungstermin wählen
Bevor eine Kündigung in Österreich ausgesprochen wird, sollte zunächst geprüft werden, welche Regelungen im Arbeitsvertrag gelten. Oft sind dort bestimmte Kündigungstermine und Fristen festgelegt, die eingehalten werden müssen.
Neben dem Arbeitsvertrag können auch gesetzliche Bestimmungen oder ein Kollektivvertrag maßgeblich sein. Deshalb ist es wichtig, alle Unterlagen sorgfältig zu prüfen, bevor die Kündigung abgegeben wird. Eine falsche Berechnung kann dazu führen, dass sich das Ende des Arbeitsverhältnisses verschiebt.
Wer kündigen möchte, sollte außerdem bereits frühzeitig überlegen, wann das Dienstverhältnis enden soll. Der gewählte Kündigungstermin beeinflusst häufig den Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber und sollte daher gut geplant werden.
Wie kündige ich richtig? Die wichtigsten Formalien im Überblick
Eine rechtswirksame Kündigung setzt voraus, dass bestimmte Formalien eingehalten werden. Bereits kleine Fehler können zu Problemen führen oder Unsicherheiten schaffen.
Zu den wichtigsten Punkten gehören:
- Prüfung von Arbeitsvertrag und Dienstvertrag
- Kontrolle der geltenden Kündigungsfrist
- Erstellung eines korrekten Kündigungsschreibens
- Übergabe an den Arbeitgeber
- Dokumentation des Zugangs
- Aufbewahrung aller Unterlagen
Besonders wichtig ist, dass die Kündigung eindeutig formuliert wird. Missverständliche Aussagen oder unvollständige Angaben sollten vermieden werden.
Kündigung schriftlich oder mündlich einreichen
Viele Beschäftigte fragen sich, ob eine Kündigung schriftlich oder mündlich erfolgen kann. Grundsätzlich hängt dies von den jeweiligen Vereinbarungen und gesetzlichen Regelungen ab.
Schriftliche Kündigung bietet mehr Sicherheit
Aus Beweisgründen empfiehlt sich nahezu immer die schriftliche Kündigung. Dadurch lässt sich später nachweisen, wann die Erklärung abgegeben wurde und welchen Inhalt sie hatte.
Eine schriftliche Kündigung sollte vollständig formuliert sein und alle notwendigen Angaben enthalten. Dadurch lassen sich spätere Streitigkeiten vermeiden.
Mündliche Kündigung kann Risiken verursachen
Auch wenn in manchen Fällen eine mündliche Erklärung zulässig sein kann, entstehen häufig Unsicherheiten. Der Arbeitgeber könnte beispielsweise den Zeitpunkt oder den Inhalt anders darstellen.
Deshalb sollte die Kündigung schriftlich erfolgen und möglichst dokumentiert werden.
Empfangsbestätigung als zusätzlicher Nachweis
Besonders sinnvoll ist eine Empfangsbestätigung. Dadurch kann der Arbeitnehmer später nachweisen, dass die Kündigung tatsächlich beim Arbeitgeber eingegangen ist.
Alternativ kann ein Einschreiben genutzt werden, um den Zugang zu dokumentieren.
Das Kündigungsschreiben korrekt formulieren
Ein professionelles Kündigungsschreiben muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist vor allem eine klare und eindeutige Formulierung.
Typischerweise enthält ein Kündigungsschreiben folgende Bestandteile:
| Bestandteil | Inhalt |
|---|---|
| Briefkopf | Persönliche Daten und Anschrift |
| Empfänger | Arbeitgeber oder Personalabteilung |
| Betreff | Kündigung des Arbeitsverhältnisses |
| Erklärung | Eindeutige Kündigung |
| Datum | Gewünschter Beendigungszeitpunkt |
| Unterschrift | Eigenhändige Signatur |
Eine klassische Formulierung lautet beispielsweise: „Hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis fristgerecht zum nächstmöglichen Termin.“
Wichtig ist außerdem, dass die Unterschrift enthalten ist. Ohne persönliche Unterzeichnung kann die Kündigung unter Umständen unwirksam sein.
Wie kündige ich richtig? Kündigungsfrist beachten und Fristen richtig berechnen
Die Kündigungsfrist gehört zu den wichtigsten Punkten bei jeder Kündigung. Sie bestimmt, wann das Arbeitsverhältnis tatsächlich endet.
Je nach Branche, Vertrag und Beschäftigungsdauer können unterschiedliche Regelungen gelten. Deshalb sollten Arbeitnehmer die geltende Frist sorgfältig prüfen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Regelungen aus dem Kollektiv- oder Dienstvertrag. Dort können zusätzliche Vorgaben enthalten sein, die von den allgemeinen Bestimmungen abweichen.
Die Einhaltung der Kündigungsfrist ist entscheidend. Werden Fristen eingehalten, kann das Arbeitsverhältnis geordnet beendet werden. Fehler bei der Berechnung können dagegen unnötige Schwierigkeiten verursachen.
Kündigungsgespräch mit dem Arbeitgeber professionell führen
Neben dem schriftlichen Teil spielt auch das persönliche Gespräch eine wichtige Rolle. Ein Kündigungsgespräch sollte respektvoll und sachlich geführt werden.
Viele Arbeitnehmer informieren ihre Vorgesetzten zunächst persönlich und überreichen anschließend die schriftliche Kündigung. Dieses Vorgehen wird häufig als besonders professionell wahrgenommen.
Dabei sollte das persönliche Gespräch ruhig und lösungsorientiert verlaufen. Selbst wenn die Zusammenarbeit schwierig war, lohnt sich ein respektvoller Umgang bis zum letzten Arbeitstag.
Gerade im Hinblick auf spätere Referenzen oder Kontakte kann ein professioneller Abschied von Vorteil sein.
Grund angeben oder lieber darauf verzichten?
Viele Beschäftigte sind unsicher, ob sie bei einer Kündigung einen Grund angeben müssen. In den meisten Fällen besteht dazu keine Verpflichtung.
Freiwillige Angaben können sinnvoll sein
Manchmal möchten Arbeitnehmer offen kommunizieren, weshalb sie das Unternehmen verlassen. Dies kann beispielsweise bei einem Wechsel in einen neuen Job oder aus privaten Gründen der Fall sein.
Eine sachliche Erklärung kann helfen, das Verhältnis zum Arbeitgeber positiv zu gestalten.
Keine Pflicht zur Begründung
Grundsätzlich muss jedoch kein Grund angegeben werden. Wer keine näheren Informationen preisgeben möchte, kann die Kündigung ohne weitere Erläuterungen einreichen.
Eine schriftliche Begründung ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Neuen Job vorbereiten und den Übergang planen
Viele Arbeitnehmer haben bereits einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben, bevor sie die Kündigung einreichen. In diesem Fall sollte besonders darauf geachtet werden, dass alle Termine zusammenpassen.
Der Start beim neuen Arbeitgeber sollte erst erfolgen, wenn das alte Arbeitsverhältnis endet. Überschneidungen können zu rechtlichen Problemen führen.
Wer sich noch in der Bewerbungsphase befindet, sollte die verbleibende Zeit sinnvoll nutzen und sich aktiv bewerben. Ein gut geplanter Übergang reduziert Stress und sorgt für mehr Sicherheit.
Auch die Abstimmung mit dem aktuellen Arbeitgeber kann hilfreich sein, wenn Übergaben organisiert oder Projekte abgeschlossen werden müssen.
Wie kündige ich richtig? Einvernehmliche Auflösung als Alternative
Nicht immer muss eine klassische Kündigung erfolgen. In manchen Situationen kann eine einvernehmliche Auflösung die bessere Lösung darstellen.
Dabei vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses zu einem bestimmten Zeitpunkt. Beide Seiten stimmen den Bedingungen zu.
Ein Vorteil besteht darin, dass individuelle Regelungen vereinbart werden können. Dazu gehören etwa ein früheres Austrittsdatum oder besondere Vereinbarungen bezüglich Resturlaub.
Vor einer solchen Entscheidung kann eine Beratung bei der Arbeiterkammer sinnvoll sein, um mögliche Auswirkungen auf Ansprüche und Leistungen zu prüfen.
Resturlaub, Arbeitszeugnis und offene Ansprüche
Nach der Kündigung sollten offene Ansprüche sorgfältig geprüft werden. Dazu gehören insbesondere Resturlaub, Überstunden und mögliche finanzielle Leistungen.
Arbeitnehmer haben häufig Anspruch auf ein Arbeitszeugnis beziehungsweise ein Dienstzeugnis. Dieses Dokument kann bei zukünftigen Bewerbungen eine wichtige Rolle spielen.
Auch Themen wie Abfertigung, offene Entgeltansprüche oder Postensuchtage sollten rechtzeitig geklärt werden. Gerade bei längeren Beschäftigungsverhältnissen lohnt sich eine genaue Kontrolle aller Unterlagen.
Wichtig ist außerdem, dass das Arbeitszeugnis vollständig und korrekt ausgestellt wird.
Kündigungsfrist nicht einhalten und mögliche Folgen
Eine Kündigung sollte immer fristgerecht erfolgen. Wer die Kündigungsfrist nicht einhalten kann oder möchte, riskiert verschiedene Konsequenzen.
In manchen Fällen spricht man von einer terminwidrigen Kündigung. Dadurch können finanzielle Nachteile entstehen. Unter Umständen kann sogar eine Kündigungsentschädigung fällig werden.
Auch die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben spielt eine wichtige Rolle. Wird gegen wesentliche Bestimmungen verstoßen, können einzelne Schritte rechtsunwirksam sein.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine fristlos ausgesprochene Kündigung geplant wird. Hier gelten strenge Voraussetzungen. Andernfalls könnte die Kündigung rechtskräftig angefochten werden.
Eine Kündigung wird nur dann wirksam, wenn alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählen unter anderem die korrekte Form, die Einhaltung der Frist und die ordnungsgemäße Zustellung.
Gültig kündigen und typische Fehler vermeiden
Damit eine Kündigung gültig ist, sollten typische Fehler vermieden werden.
Dazu gehören insbesondere:
- Fehlende Unterschrift
- Falscher Kündigungstermin
- Unvollständige Angaben
- Verspätete Zustellung
- Fehlende Dokumentation
- Irrtümer bei vertraglichen Regelungen
Besonders wichtig ist die Einhaltung der kündigungsrelevanten Bestimmungen aus Arbeitsvertrag, Kollektivvertrag und Gesetz. Eine Kündigung per E-Mail genügt nicht immer den Anforderungen.
Zudem sollte die Kündigung schriftlich und fristgerecht übermittelt werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Kündigung wirksam bleibt und keine unnötigen Streitigkeiten entstehen.
Fazit: Wie kündige ich richtig?
Die Antwort auf die Frage „Wie kündige ich richtig?“ lässt sich auf wenige zentrale Punkte reduzieren. Eine Kündigung sollte sorgfältig vorbereitet, schriftlich eingereicht und fristgerecht zugestellt werden. Wichtig sind außerdem die Kontrolle von Arbeitsvertrag und Kündigungsfrist sowie eine klare Kommunikation mit dem Arbeitgeber.
Wer alle Formalien einhält, den Kündigungstermin korrekt berechnet und offene Themen wie Resturlaub, Arbeitszeugnis oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses rechtzeitig klärt, kann den beruflichen Wechsel professionell gestalten. So endet das Arbeitsverhältnis geordnet und der Start in den nächsten Abschnitt gelingt deutlich entspannter.
FAQs: Wie kündige ich richtig? Wir antworten auf Ihre Fragen
Wie sage ich am besten, dass ich kündige?
- Vereinbaren Sie zunächst ein persönliches Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.
- Teilen Sie Ihre Entscheidung klar und freundlich mit.
- Bedanken Sie sich für die Zusammenarbeit und die gesammelten Erfahrungen.
- Vermeiden Sie Vorwürfe oder emotionale Diskussionen.
- Informieren Sie anschließend den Arbeitgeber auch schriftlich.
- Bleiben Sie professionell, selbst wenn die Gründe für den Wechsel negativ sind.
- Bieten Sie Unterstützung bei der Übergabe Ihrer Aufgaben an.
- Kommunizieren Sie den letzten Arbeitstag eindeutig.
Auf was muss ich achten, wenn ich kündige?
Vor einer Kündigung sollten Sie zunächst Ihren Arbeitsvertrag prüfen. Besonders wichtig sind die geltende Kündigungsfrist, mögliche Kündigungstermine und besondere Regelungen im Unternehmen.
Außerdem sollte die Kündigung rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form eingereicht werden. In den meisten Fällen empfiehlt sich eine schriftliche Kündigung mit persönlicher Unterschrift. Bewahren Sie eine Kopie auf und lassen Sie sich den Erhalt möglichst bestätigen.
Denken Sie auch an offene Themen wie Resturlaub, Überstunden, Arbeitszeugnis und die Übergabe laufender Projekte. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, das Arbeitsverhältnis professionell zu beenden.
Wie fängt man ein Kündigungsgespräch an?
| Situation | Möglicher Gesprächseinstieg |
|---|---|
| Sachlich und direkt | „Ich möchte Sie heute darüber informieren, dass ich mich entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen.“ |
| Wertschätzend | „Zunächst möchte ich mich für die Zusammenarbeit bedanken. Gleichzeitig möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich kündigen werde.“ |
| Bei einem Jobwechsel | „Ich habe mich beruflich neu orientiert und möchte Sie über meine Kündigung informieren.“ |
| Nach langer Betriebszugehörigkeit | „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich habe beschlossen, einen neuen Weg einzuschlagen.“ |
| Mit Fokus auf Übergabe | „Ich möchte frühzeitig mit Ihnen sprechen, damit wir die Übergabe gemeinsam planen können.“ |
Wie kündige ich als Arbeitnehmer richtig?
Als Arbeitnehmer sollten Sie zunächst die vertraglichen Regelungen und die Kündigungsfrist prüfen. Danach erstellen Sie ein korrektes Kündigungsschreiben und reichen dieses fristgerecht beim Arbeitgeber ein.
Idealerweise führen Sie vor der schriftlichen Abgabe ein persönliches Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Das wird meist als respektvoll und professionell wahrgenommen. Anschließend übergeben Sie die Kündigung schriftlich oder senden sie auf einem nachweisbaren Weg.
Nach der Kündigung sollten Sie sich um offene Aufgaben, die Übergabe Ihrer Tätigkeiten sowie um Dokumente wie das Arbeitszeugnis kümmern. So verlassen Sie das Unternehmen ordentlich und hinterlassen einen positiven Eindruck.





