Bewegung ist weit mehr als Training – sie ist ein wichtiger Schlüssel für Gesundheit, Lebensqualität und nachhaltige Beschwerdefreiheit. Sabrina Herzog verbindet Physiotherapie mit Personal Training, Chiropraktik, Yoga und Faszienarbeit zu einem ganzheitlichen Behandlungskonzept.
Dabei stehen nicht nur die Symptome, sondern die Ursachen von Beschwerden im Mittelpunkt. Im Interview erklärt Sabrina Herzog, warum Eigenverantwortung, individuelle Therapiepläne und das Vertrauen in den eigenen Körper entscheidend für langfristige Erfolge sind.
Interview mit Sabrina Herzog
Was hat Sie dazu bewegt, den Weg als Physiotherapeutin einzuschlagen, und was begeistert Sie bis heute an der Verbindung von Bewegung und Gesundheit?
Ausgangspunkt waren meine Begeisterung für Sport und der menschliche Körper. Nach meiner Ausbildung zur Fitnesstrainerin wollte ich noch genauer verstehen, wie der Körper funktioniert, wie Beschwerden entstehen und wie Bewegung gezielt zur Heilung beitragen kann. Daraus entstand mein Weg in die Physiotherapie.
Bis heute fasziniert mich der menschliche Körper – seine Anpassungsfähigkeit und sein enormes Potenzial.
Gleichzeitig sehe ich täglich, wie viel Veränderung möglich ist, wenn der Körper bewusst wahrgenommen wird. Menschen dabei zu begleiten und ihnen Vertrauen in ihren Körper zurückzugeben, motiviert mich jeden Tag.
Sie verbinden Physiotherapie mit Personal Training, Chiropraktik, Yoga und Faszienarbeit. Warum ist dieser ganzheitliche Ansatz für nachhaltige Erfolge so wichtig?
Der Körper ist komplex, und Schmerzen entstehen selten dort, wo sie spürbar sind. Häufig entwickeln sie sich über längere Zeit durch Faktoren wie Bewegungsmuster, einseitige Belastung, Stress oder alte Verletzungen.
Deshalb behandle ich nicht nur Symptome, sondern den Menschen als Ganzes. Die Kombination verschiedener Methoden ermöglicht es, Ursachen gezielt zu erkennen und zu behandeln.
Ebenso entscheidend ist die aktive Mitarbeit. Manuelle Therapie kann Beweglichkeit verbessern und Schmerzen reduzieren. Erst durch gezielte Bewegung und Training werden diese Veränderungen im Alltag stabil. Nachhaltige Therapie entsteht für mich aus der Verbindung von Behandlung, Bewegung und Eigenverantwortung.
Jeder Mensch bringt andere körperliche Voraussetzungen und Ziele mit. Wie entwickeln Sie individuelle Therapien und Trainingspläne, die wirklich zum Menschen passen?
Am Anfang steht das Zuhören. Ich möchte verstehen, welche Beschwerden bestehen, wie der Alltag aussieht und welche Ziele die Person hat. Danach folgen eine ausführliche Anamnese und eine gezielte Funktionsanalyse.
Wichtig ist mir, die Zusammenhänge verständlich zu erklären. Viele erkennen dadurch erstmals, warum ihre Beschwerden entstanden sind und was sie selbst beeinflussen können. Das schafft Klarheit und Vertrauen in den eigenen Körper.
Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam einen Plan, der fachlich sinnvoll ist und gleichzeitig in den Alltag passt. Denn nur was umsetzbar ist, bringt langfristig Veränderung.
Sabrina Herzog: Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewinnen
Sie setzen auf aktive Therapie statt reiner Symptombehandlung. Welche Veränderungen erleben Sie bei Ihren Patientinnen und Patienten, wenn sie selbst aktiv an ihrer Gesundheit mitarbeiten?
Wenn Menschen ihre Beschwerden verstehen, verändert sich ihr Umgang damit grundlegend.
Sie fühlen sich nicht mehr ausgeliefert, sondern erkennen ihre eigenen Einflussmöglichkeiten.
Gerade bei länger bestehenden Beschwerden braucht es oft auch Veränderungen im Alltag. Für mich bedeutet das Eigenverantwortung – nicht als Druck, sondern als Chance.
Wer aktiv mitarbeitet, Bewegungsgewohnheiten und regelmäßig trainiert, erzielt meist nachhaltigere Ergebnisse. Viele gewinnen dadurch nicht nur Beweglichkeit und Kraft zurück, sondern auch Vertrauen in den eigenen Körper. Mein Ziel ist, dass sie langfristig weniger abhängig von Behandlungen sind und sich selbst helfen können.
Sie arbeiten sowohl mit Freizeitsportlern als auch mit Leistungssportlern. Welche Erfahrungen aus dem Sport fließen besonders in Ihre tägliche Arbeit ein?
Sport bedeutet nicht automatisch, dass der Körper in allen Bereichen ausgeglichen und funktionell belastbar ist. Auch im Freizeit- und Leistungssport entstehen durch einseitige Belastungen häufig muskuläre Dysbalancen.
Ein Ultramarathonläufer kann beispielsweise eine beeindruckende Ausdauer haben und in diesem Bereich außergewöhnlich leistungsfähig sein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er ausreichend beweglich ist, über eine stabile Rumpfmuskulatur verfügt oder seine Bewegungsabläufe optimal aufeinander abgestimmt sind. Genau solche Defizite können langfristig zu Überlastungen und Schmerzen führen.
Deshalb ist der geschulte Blick auf den gesamten Körper so entscheidend. Ich betrachte nicht nur die sportliche Leistung oder die schmerzende Stelle, sondern analysiere Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und Bewegungsabläufe.
So lassen sich Dysbalancen erkennen und gezielt ausgleichen. Dieses Wissen aus dem Sport fließt täglich in meine Arbeit ein – unabhängig davon, ob jemand Ultramarathons läuft oder einfach im Alltag beschwerdefrei und belastbar sein möchte.
Gibt es eine Begegnung oder Rückmeldung aus Ihrer Arbeit, die Ihnen besonders gezeigt hat, welchen Unterschied eine individuelle physiotherapeutische Begleitung machen kann?
Besonders in Erinnerung bleiben mir Menschen, die lange unter Beschwerden leiden und das Vertrauen in ihren Körper verloren haben. Wenn sie erstmals verstehen, woher ihre Probleme kommen könnten und erkennen, dass sie selbst etwas verändern können, ist das oft ein Wendepunkt.
Sehr berührend ist es, wenn Patientinnen und Patienten nicht nur schmerzfreier werden, sondern wieder Vertrauen gewinnen und Aktivitäten aufnehmen, die zuvor nicht möglich waren. Genau darin sehe ich den größten Erfolg individueller Therapie.
Erfahrung hilft mir, Zusammenhänge schneller zu erkennen. Oft sind es nicht große Maßnahmen, sondern kleine, gezielte Anpassungen, die entscheidend sind. Ich sage deshalb gerne: „Das i-Tüpfelchen macht den Unterschied.“ Genau diese Details können den Verlauf einer Therapie maßgeblich verändern.
Über Sabrina Herzog:
Ich bin Sabrina Herzog, 37 Jahre alt, seit 14 Jahren selbstständige Physiotherapeutin, Mama von zwei Jungs und Unternehmerin aus Leidenschaft. Im Jänner 2026 habe ich meine Praxis erweitert und damit einen wichtigen Schritt in Richtung meiner beruflichen Vision gesetzt.
Neben meiner Tätigkeit in der Praxis bin ich als Vortragende im Bereich Gesundheit und Training aktiv. Dabei verbinde ich Fachwissen mit praktischer Erfahrung und möchte Menschen dazu ermutigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
Mein Ziel ist es zu zeigen, wie viel Einfluss jeder Mensch auf seinen Körper, sein Wohlbefinden und seine Lebensqualität hat. Für mich ist Gesundheit mehr als Schmerzfreiheit – sie ist die Basis für ein aktives, selbstbestimmtes Leben.




