Interviews

Laura Krähe: Erinnerungen, die ein Leben lang berühren

Für Laura Krähe bedeutet Fotografie weit mehr als das Festhalten schöner Bilder – sie erzählt Geschichten und bewahrt echte Emotionen. Mit viel Feingefühl begleitet sie Paare, Familien und Brautpaare bei ihren wichtigsten Lebensmomenten und schafft Erinnerungen, die auch Jahre später noch berühren.

Im Interview spricht Laura Krähe darüber, warum Authentizität für sie an erster Stelle steht, wie natürliche Aufnahmen entstehen und weshalb oft gerade die kleinen Augenblicke die wertvollsten sind.

Laura Krähe im Interview

Laura Krähe Interview

Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Leidenschaft für Fotografie zum Beruf zu machen und Menschen bei ihren wichtigsten Lebensmomenten zu begleiten?

Für mich war Fotografie nie einfach nur ein Hobby oder ein kreativer Berufswunsch. Mich haben schon immer Menschen und ihre Geschichten fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend, wie unterschiedlich jeder Mensch ist und wie viele kleine Momente, Emotionen und Verbindungen in einer einzigen Geschichte stecken können.

Für mich geht es bei der Fotografie um viel mehr als schöne Bilder. Es geht darum, echte Menschen, ehrliche Emotionen und die kleinen Augenblicke festzuhalten, die oft viel zu schnell vorbeigehen.

Ein Blick zwischen zwei Menschen, eine liebevolle Berührung oder ein spontanes Lachen – genau diese Momente sind es, die Erinnerungen lebendig machen.

Ich liebe es, diese Augenblicke einzufangen und Erinnerungen zu schaffen, die auch Jahre später noch Gefühle wecken. Zu wissen, dass meine Bilder Menschen ein Stück ihrer Geschichte bewahren und sie immer wieder an besondere Momente zurückbringen können, macht meine Arbeit für mich so besonders.

Deshalb begleite ich Menschen an ihren wichtigsten Lebensmomenten mit viel Herz, einem offenen Blick und dem Wunsch, ihre Geschichte so authentisch wie möglich festzuhalten.

Sie halten besondere Meilensteine fest – was bedeuten diese Erinnerungen für Sie und für Ihre Kund:innen?

Besondere Lebensmomente sind oft einzigartig und nicht wiederholbar. Genau das macht sie für mich so wertvoll.

Es sind nicht immer nur die großen, geplanten Augenblicke, die später die schönsten Erinnerungen werden, sondern oft die kleinen Dinge dazwischen: ein vertrauter Blick, eine Umarmung, ein Lächeln oder eine spontane Reaktion.

Ich liebe es, Menschen genau diese Momente zurückzugeben. Denn Bilder sind für mich nicht nur eine Erinnerung daran, wie etwas ausgesehen hat, sondern vor allem daran, wie es sich angefühlt hat.

Mein Ziel ist es, dass meine Kund:innen auch Jahre später ihre Bilder und Videos anschauen und wieder mitten in diesen Moment eintauchen können – mit all den Emotionen, die damals da waren. Wenn ein Bild Erinnerungen und Gefühle zurückholt, dann erfüllt es für mich seinen eigentlichen Zweck.

Ihr Fokus liegt auf echten Emotionen – wie gelingt es Ihnen, genau diese authentischen Momente einzufangen?

Gerade bei Hochzeiten halte ich mich bewusst im Hintergrund und versuche, möglichst unauffällig zu sein. Über die Jahre habe ich gelernt, Räume, Menschen und Stimmungen zu lesen. Dadurch habe ich ein gutes Gespür dafür entwickelt, wann ein besonderer Moment entsteht – und dann braucht es oft gar nicht viel, sondern einfach Geduld und den richtigen Augenblick.

Natürlich ist es eine Herausforderung, überall gleichzeitig zu sein, nichts zu verpassen und trotzdem nicht aufzufallen. Denn sobald Menschen das Gefühl haben, beobachtet zu werden, verändern sie oft ihr Verhalten. Sie werden bewusster, zurückhaltender oder versuchen, „vor der Kamera“ zu funktionieren. Genau deshalb braucht es viel Fingerspitzengefühl und Vertrauen.

Auch bei Familien- und Paarshootings arbeite ich mit möglichst wenigen Anweisungen. Mir ist wichtig, dass meine Kund:innen miteinander interagieren und ganz sie selbst sein können. Statt starrer Posen gebe ich kleine Impulse – zum Beispiel gemeinsam zu spielen, sich zu erzählen, was man am anderen liebt, oder einfach miteinander Spaß zu haben.

Denn die schönsten Bilder entstehen meistens dann, wenn Menschen vergessen, dass eine Kamera dabei ist.

Laura Krähe: Jedes Shooting erzählt eine eigene Geschichte

Laura Krähe laurakraehe.net

Ihr Angebot reicht von Paarshootings bis zu Hochzeiten und Familienfotos – wie gestalten Sie jedes Shooting individuell?

Tatsächlich unterscheidet sich meine Herangehensweise gar nicht so sehr – egal ob Paarshooting, Hochzeit oder Familienfotos. Bei jedem Shooting stehen für mich dieselben Werte im Mittelpunkt: Ruhe, Vertrauen und Gelassenheit.

Jeder Mensch und jede Geschichte ist anders, deshalb geht es für mich nicht darum, ein bestimmtes Konzept durchzuziehen. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, was zu meinen Kund:innen passt und ihnen den Raum zu geben, sich wohlzufühlen.

Gerade bei Hochzeiten, wo oft ein straffer Zeitplan herrscht und viele Emotionen zusammenkommen, möchte ich für mein Brautpaar ein ruhiger Gegenpol sein. Wenn rundherum viel passiert, tut es gut, jemanden an der Seite zu haben, der Gelassenheit ausstrahlt und den Überblick behält.

Dabei gilt für mich immer: Alles kann, nichts muss. Die Wünsche und Bedürfnisse meiner Kund:innen stehen an erster Stelle. Ich möchte nicht, dass sich ein Shooting wie ein Programmpunkt anfühlt, der einfach erledigt werden muss, sondern wie eine schöne Erfahrung, bei der echte Momente entstehen dürfen.

Viele Menschen fühlen sich vor der Kamera unsicher – wie schaffen Sie es, eine natürliche und entspannte Atmosphäre entstehen zu lassen?

Viele Menschen fühlen sich vor der Kamera zunächst unsicher – und genau das ist völlig normal. Nicht jeder fühlt sich sofort wohl, wenn eine Kamera auf ihn gerichtet ist. Deshalb ist es mir besonders wichtig, nicht nur fotografisch zu begleiten, sondern zuerst eine vertrauensvolle und lockere Verbindung aufzubauen.

Ich nehme mich selbst nicht zu ernst, bringe gerne Leichtigkeit und Humor mit und versuche, meinen Kund:innen das Gefühl zu geben, einfach sie selbst sein zu dürfen. Dabei bin ich ehrlich und gebe natürlich Impulse, aber ich möchte niemandem meine eigene Vorstellung aufzwingen.

Mir ist wichtig, dass Menschen nicht das Gefühl haben, etwas vorspielen zu müssen. Jeder darf so sein, wie er ist.

Für mich entstehen die schönsten Bilder dann, wenn Menschen sich wohlfühlen und irgendwann vergessen, dass überhaupt eine Kamera dabei ist.

Können Sie von einem besonders berührenden Moment erzählen, der Ihnen gezeigt hat, wie wertvoll Ihre Arbeit ist?

Am meisten berühren mich eigentlich die Momente, in denen ich merke, dass meine Bilder für Menschen mehr bedeuten als nur schöne Fotos. Wenn Paare oder Familien mir schreiben, dass sie beim Anschauen der Bilder wieder genau dieses Gefühl von damals spüren, ist das für mich das größte Kompliment.

Besonders schön finde ich, wenn Kund:innen erzählen, dass sie durch meine Bilder Momente wiederentdecken, die sie am Tag selbst gar nicht bewusst wahrgenommen haben. Kleine Gesten, emotionale Augenblicke oder liebevolle Details, die im Trubel untergegangen wären.

Genau dann merke ich, warum ich diese Arbeit so liebe: Ich halte nicht einfach nur einen Tag fest, sondern bewahre kleine Geschichten und Gefühle, die Menschen ein Leben lang begleiten dürfen.

Über Laura Krähe:

Ich bin Laura Krähe, Fotografin aus Saalfelden im Salzburger Land und seit 2021 selbstständig. Fotografie begleitet mich schon fast mein ganzes Leben – heute darf ich meine Leidenschaft beruflich leben.

Ich liebe natürliches Licht, echte Emotionen und diese kleinen, ungestellten Momente, die oft zwischen den großen passieren. Genau dort entstehen meine Bilder.

Website

Wie ist deine Reaktion?

Aufregend
0
Interessant
0
Liebe es
6
Unsicher
0

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Next Article:

0 %