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Christoph Galette: Die Stimme als Schlüssel zu Präsenz und Wirkung

Unsere Stimme verrät oft mehr, als uns bewusst ist – sie spiegelt Haltung, Selbstvertrauen und Persönlichkeit wider. Christoph Galette begleitet Menschen dabei, ihre Sprechstimme gezielt weiterzuentwickeln und ihre Wirkung nachhaltig zu stärken. Dabei verbindet er Stimm- und Sprechtraining mit Atem- und Körperarbeit sowie der Lösung innerer Blockaden.

Im Interview erklärt Christoph Galette, warum eine starke Stimme weit über Technik hinausgeht und wie sie Menschen dabei unterstützt, authentisch und überzeugend aufzutreten.

Christoph Galette im Interview

Christoph Galette Interview

Unsere gesamte Lebenslaufbahn klingt durch unsere Stimme.“ Was meinen Sie damit, und warum ist Stimme für Sie weit mehr als nur Technik?

Sprechen basiert immer auf Sprech- und Stimmtechnik, aber genauso auf der inneren Haltung und auf den Glaubenssätzen.

Und das können wir hören. Ich höre in einer Stimme, ob jemand sich etwas zutraut oder ob ein Satz mitschwingt wie „das kann ich nicht“.

Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Mir wurde gesagt, ich würde nie Sprecher werden. Denn ich habe genuschelt und meine Stimme war bis ich angefangen habe sie zu trainieren mit 19 zu hoch.  Und das hat mich lange zurückgehalten.

Heute ist meine Stimme in Produktionen für ORF und Arte zu hören, und ich spreche für viele namhafte Firmen. Die Wertung von aussen hat mich solange zurückgehalten, dass ich lange gebraucht habe meiner eigenen Stimme und meinem können zu vertrauen.

Deshalb ist Stimme für mich nie nur Technik. Frequenz plus Intention, innere Haltung ergibt Wirkung.

Das bringe ich auch in meiner Sprecherausbildung bei. Du lernst nicht nur sauberer und tragfähiger zu sprechen, du löst auch die Sätze, die dich bisher leiser gemacht haben. Am Ende klingst du nicht nur besser, du traust dich, wirklich gehört zu werden.

Was unterscheidet Ihr Stimm- und Sprechtraining von klassischer Stimmbildung, insbesondere in Bezug auf Atemarbeit, Körperarbeit und das Lösen innerer Blockaden?

Zuerst ein wichtiger Unterschied. Stimmbildung meint meistens die Arbeit an der Gesangsstimme. Ich arbeite an der Sprechstimme. Das ist etwas anderes. Es geht nicht darum, schöne Töne zu singen, sondern darum, im Sprechen verstanden zu werden und Menschen zu erreichen.

Klassisches Training bleibt oft bei der Technik stehen. Atem, Resonanz, Artikulation. Das ist wichtig, und das mache ich auch. Aber Technik allein hilft nichts, wenn jemand innerlich blockiert ist.

Deshalb kommt bei mir die Körperarbeit dazu, weil sich jede Blockade im Körper zeigt, und die Arbeit an der inneren Haltung. Eine Blockade ist nicht immer ein technischer Fehler. Es ist etwas Festgehaltenes.

Was die Leute danach können, ist konkret: freier atmen und nicht mehr nach zwei Sätzen die Luft verlieren, eine Stimme, die auch im großen Raum oder über Stunden trägt, und vor allem sprechen, ohne sich zu verstellen. Sie klingen nach sich selbst, nur klarer und präsenter.

Genau das trainieren wir in der Sprecherausbildung. Du lernst nicht nur sauber zu sprechen, sondern zu berühren. Man kann superschön sprechen und trotzdem niemanden erreichen. Diesen Unterschied machen wir hörbar.

Mit welchen Anliegen kommen Menschen am häufigsten zu Ihnen, geht es eher um Bühnenpräsenz, berufliche Kommunikation oder persönliche Entwicklung?

Da kommt zu mir sowohl der Manager, dem bei Auftritten die Stimme zu zittern anfängt, als auch die Mitarbeiterin, die in Team-Meetings einfach nicht gehört wird. Es kommen Menschen, die sich eine freie, angenehme Stimme wünschen, weil sich ihre Stimme bisher eng oder angestrengt anfühlt.

Ich arbeite mit Moderatoren, Schauspielern und es kommen die, die am Mikrofon performen wollen, angehende Werbesprecherinnen und Werbesprecher oder Menschen, die Hörbücher einsprechen möchten.

So unterschiedlich das klingt, im Kern ist es fast immer ählich. Die Leute wollen gehört werden und etwas bewirken, ohne sich dafür verstellen zu müssen.

Und das Schöne ist: Viele kommen wegen der Sprecherausbildung zu mir, weil sie professionell sprechen lernen wollen. Und unterwegs merken sie, dass sich viel mehr verändert.

Nicht nur die Stimme, sondern wie sie auftreten und wie sie sich selbst erleben. Ob Bühnenpräsenz, berufliche Kommunikation oder persönliche Entwicklung, am Ende ist es dieselbe Stimme.

Christoph Galette: Jede Stimme braucht ihren eigenen Weg

Christoph Galette stimmdesign.com

Sie arbeiten mit Führungskräften, Sprecher:innen, Schauspieler:innen, Lehrkräften und Privatpersonen. Wie passen Sie Ihr Training individuell an unterschiedliche Bedürfnisse an?

Ich arbeite fast immer im Einzelsetting, weil jeder Mensch eine andere Geschichte in der Stimme trägt.

Deshalb steht am Anfang immer eine Erstanalyse. Da höre ich nicht nur, wie jemand klingt, sondern wo die Stimme sich zurückhält und warum.

Aus dieser Analyse ergibt sich der Weg, und der ist bei jedem anders. Eine Führungskraft braucht oft Präsenz und Ruhe, damit sie im Raum steht, ohne laut zu werden. Ein angehender Sprecher braucht Mikrofonnähe und die Fähigkeit, einen Text lebendig zu gestalten. Eine Lehrkraft braucht eine Stimme, die einen ganzen Vormittag trägt, ohne müde zu werden.

Deshalb ist die Sprecherausbildung bei mir modular. Man beginnt mit der Analyse, geht dann in einzelne Blöcke und kann bis zur kompletten Ausbildung weitergehen. So bekommt jeder genau das, was er braucht, statt ein fertiges Programm, das über alle drübergestülpt wird.

Wie verändert sich das Selbstbild eines Menschen, wenn er beginnt, seine Stimme bewusst zu trainieren und neu zu erleben?

Meistens tiefer, als die Leute erwarten. Die Stimme ist ja nicht irgendein Werkzeug, sie ist ein Stück Identität. Wer sich anders hört, fühlt sich anders.

Ich erlebe das ganz konkret. Menschen richten sich auf, sie nehmen mehr Raum ein, sie trauen sich, gehört zu werden. Oft löst sich dabei genau der Satz, der sie klein gehalten hat. „Ich bin nicht laut genug“, „mir hört sowieso keiner zu“. Wenn dieser Satz geht, verändert sich nicht nur der Klang, sondern die ganze Haltung.

In der Sprecherausbildung sehe ich das immer wieder. Viele kommen und denken, sie lernen eine Fähigkeit, so wie man ein Instrument lernt. Und sie gehen als jemand, der sich mehr zutraut. Die Stimme wird zum Zugang zur eigenen Person.

Für mich ist das das eigentliche Ergebnis. Der schönere Klang ist nur die Oberfläche.

Können Sie von einem konkreten Erfolg berichten, der zeigt, wie sehr sich durch gezieltes Stimmtraining nicht nur der Klang, sondern auch Selbstvertrauen und Auftreten verändern?

Ein konkretes Beispiel: Zu mir kam eine Autorin, die damals gerade sehr bekannt wurde. Sie hatte einen Bestseller geschrieben und sollte auf Lesereise gehen. Und sie hatte furchtbare Angst davor.

Wir haben daran gearbeitet, dass sie nicht einfach Wort für Wort vorliest, sondern die Menschen im Publikum wirklich anspricht. Dass ihre Stimme bei den Zuhörern ankommt und sie in die Geschichte hineinnimmt.

Genau da löst sich dann auch die Angst. Nach dem Training hat sie mir geschrieben, die Leute hätten an ihren Lippen geklebt und hinterher noch lange Fragen gestellt. So war das vorher nie gewesen.

Genau das meine ich. Der Klang wird klarer, aber das Entscheidende passiert innen. Wenn die Angst geht, entsteht eine echte Verbindung zum Publikum, und die Menschen hören wirklich zu. Das will ich mit der Sprecherausbildung möglich machen. Nicht nur besser klingen, sondern Menschen wirklich erreichen.

Über Christoph Galette:

Christoph Galette ist Stimm- und Sprechtrainer sowie professioneller Sprecher in Salzburg. Seit 2011 steht er selbst vor dem Mikrofon, seine Stimme ist in Produktionen für ORF, Arte und Ö1 sowie in Produktionen für nahmhafte Firmen zu hören .

In seiner Sprecherausbildung und im Einzelcoaching arbeitet er mit Führungskräften, Sprecherinnen und Sprechern, Schauspielerinnen und Schauspielern, Lehrkräften und Privatpersonen an Stimme, Präsenz und innerer Haltung

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Sprecherausbildung

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