Interviews

Beate Windhager: Menschen stärken und neue Perspektiven eröffnen

Mit viel Einfühlungsvermögen und einem ganzheitlichen Blick begleitet Beate Windhager Menschen in herausfordernden Lebensphasen zurück zu mehr Klarheit und innerer Stärke. In ihrer Arbeit verbindet sie psychologische Beratung, Coaching und systemische Methoden zu einem tiefgehenden Entwicklungsprozess.

Im Interview spricht sie darüber, wie Blockaden entstehen, warum Selbstwert eine zentrale Rolle spielt und wie es gelingt, wieder in die eigene Kraft zu kommen und neue Wege zu gehen.

Beate Windhager im Interview

Beate Windhager Interview

 

Was hat Sie dazu bewegt, Menschen im Rahmen Ihrer Arbeit bei La Vida in herausfordernden Lebenssituationen zu begleiten?

Mein Weg in diese Arbeit war kein geradliniger – und genau das macht ihn für mich so wertvoll. Lange Zeit war ich vor allem Mutter und mitten im Familienleben. Als meine Kinder größer wurden und ihren eigenen Weg gingen, entstand plötzlich Raum für die Frage: Was möchte ich selbst noch in die Welt bringen?

Mit 40 noch einmal zu studieren und mich neu auszurichten, war ein mutiger Schritt – aber auch ein sehr klarer. In der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien habe ich hautnah erlebt, wie sehr uns unsere Erfahrungen prägen – und gleichzeitig, wie viel Kraft in uns steckt, wenn wir beginnen, uns selbst besser zu verstehen.

Diese Erfahrung begleitet mich bis heute. Ich sehe in jedem Menschen nicht nur seine Herausforderungen, sondern vor allem sein Potenzial. Und genau darin liegt meine Motivation: Menschen in Phasen zu begleiten, in denen sie vielleicht gerade selbst keinen Zugang mehr zu ihrer eigenen Stärke haben – und sie daran zu erinnern, was alles in ihnen steckt.

Ihr Angebot reicht von psychologischer Beratung über Coaching bis hin zu systemischen Aufstellungen – was verbindet all diese Ansätze in Ihrer Arbeit?

Der rote Faden in meiner Arbeit ist mein ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Für mich gibt es nie „nur ein Problem“ – sondern immer Zusammenhänge: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen inneren Überzeugungen und äußeren Lebenssituationen, zwischen uns selbst und den Systemen, in denen wir leben.

Ob ich im Coaching arbeite, eine Aufstellung begleite oder ein Beratungsgespräch führe – es geht immer darum, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen. Viele meiner Klientinnen und Klienten erleben dabei echte Aha-Momente: Dinge, die sich lange diffus angefühlt haben, bekommen plötzlich Klarheit.

Gleichzeitig arbeite ich sehr ressourcenorientiert.

Ich bin überzeugt: Die Lösung liegt schon im Menschen selbst – sie ist nur manchmal verschüttet oder nicht mehr spürbar.

Meine Aufgabe ist es, diesen Zugang wieder zu öffnen und Menschen dabei zu unterstützen, wieder in ihre volle Kraft zu kommen und ihren eigenen Weg klarer und selbstbewusster zu gehen.

Ein zentrales Thema ist die Arbeit mit inneren Blockaden und dem Selbstwert – warum ist genau dieser Bereich so entscheidend für persönliche Entwicklung?

Weil unser Selbstbild wie ein innerer Kompass wirkt – oft unbewusst, aber unglaublich kraftvoll.

Viele Menschen tragen tief verankerte Überzeugungen in sich, die sie irgendwann in ihrem Leben entwickelt haben: Ich bin nicht gut genug. Ich darf keine Fehler machen. Ich muss es allen recht machen. Diese Sätze laufen im Hintergrund mit – und beeinflussen Entscheidungen, Beziehungen und sogar die eigenen Träume.

Solange diese inneren Blockaden unbewusst bleiben, wirken sie wie unsichtbare Grenzen. Erst wenn wir beginnen, sie zu erkennen und zu hinterfragen, entsteht echte Veränderung.

Ein gesunder Selbstwert bedeutet für mich nicht, perfekt zu sein oder immer stark zu wirken. Es bedeutet, sich selbst anzunehmen – mit allem, was da ist – und sich zu erlauben, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Genau hier liegt oft der Wendepunkt.

„Unser Selbstwert ist DAS Nr. 1 Thema, das uns zurückhält, verlangsamt, ausbremst!“

Beate Windhager: Wenn Veränderung vom Kopf ins Gefühl geht

 

Beate Windhager La Vida ~ Psychologische Beratung

Sie arbeiten unter anderem mit Hypnose und Trancereisen – wie können diese Methoden dabei helfen, Veränderungen nachhaltig zu verankern?

Hypnose und Trancereisen sind für viele Menschen zunächst ungewohnt, manchmal sogar etwas unheimlich oder zumindest mit Vorsicht und Respekt anzugehen – gleichzeitig sind sie unglaublich kraftvolle Zugänge.

Im Alltag bewegen wir uns stark auf der Ebene des Denkens. Wir analysieren, bewerten, versuchen zu verstehen – und stoßen dabei oft an Grenzen. In der Trance hingegen öffnet sich ein Raum, in dem wir tiefer gehen können: dorthin, wo unsere Gefühle, Erinnerungen und inneren Bilder liegen.

Gerade bei Themen wie Selbstwert oder alten Mustern reicht es oft nicht, etwas nur zu „verstehen“. Veränderung wird dann nachhaltig, wenn sie auch emotional erlebt wird. Genau das ermöglichen diese Methoden.

Ich erlebe immer wieder, dass Klientinnen und Klienten nach solchen Sitzungen sagen: „Ich weiß es jetzt nicht nur vom Kopf her, ich spüre es.“ Und dieses Spüren ist oft der Schlüssel für echte, langfristige Veränderung.  Wir sind viel zu oft, viel zu viel in unserem Kopf

Viele Menschen scheuen sich, Unterstützung in Anspruch zu nehmen – wann ist aus Ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt, sich begleiten zu lassen?

Ich glaube, der richtige Zeitpunkt ist genau dann, wenn man merkt: Alleine komme ich gerade nicht mehr weiter.

Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen – durch innere Unruhe, wiederkehrende Konflikte, das Gefühl, festzustecken oder sich selbst nicht mehr richtig zu spüren. Viele Menschen warten sehr lange, bevor sie sich Unterstützung holen, weil sie denken, sie müssten „stark genug“ sein, alles alleine zu bewältigen.

Für mich ist es genau umgekehrt: Sich begleiten zu lassen ist ein Zeichen von Stärke und Selbstverantwortung. Es bedeutet, hinzuschauen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sich Entwicklung zu erlauben.

Und oft braucht es gar nicht so viel, wie man denkt – manchmal reicht schon ein Perspektivenwechsel, um wieder in Bewegung zu kommen.

„Unterstützung anzunehmen ist für mich kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Selbstverantwortung!“

Können Sie von einer Erfahrung berichten, in der Ihre Begleitung für jemanden einen spürbaren Wendepunkt im Leben bedeutet hat?

Es gibt viele solcher Momente – und jeder einzelne berührt mich auf seine eigene Weise. Aber immer mit Demut und Dankbarkeit.

Eine Klientin kommt mir dabei besonders in den Sinn. Sie hatte über Jahre das Gefühl, immer wieder in ähnliche Situationen zu geraten – sowohl beruflich als auch in Beziehungen. Sie war sehr reflektiert, hatte vieles schon verstanden – und trotzdem hat sich nichts wirklich verändert.

In unserer gemeinsamen Arbeit wurde sichtbar, wie stark alte Prägungen aus ihrer Familiengeschichte ihr heutiges Verhalten beeinflusst haben. Durch systemische Aufstellungen und vertiefende Prozesse konnte sie diese Muster nicht nur erkennen, sondern auch innerlich lösen.

Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Sie sagte irgendwann ganz ruhig: „Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass ich wirklich wählen kann.“

Einige Monate später hat sie ihr Leben in mehreren Bereichen neu ausgerichtet – nicht aus Druck heraus, sondern aus einer inneren Klarheit.

Genau das ist für mich der Kern meiner Arbeit: Menschen dabei zu begleiten, wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen – und aus dieser Verbindung heraus neue Entscheidungen zu treffen.

Über Beate Windhager:

Beate Windhager begleitet Menschen auf dem Weg zurück zu sich selbst. Mit viel Feingefühl, Klarheit und Erfahrung schafft sie Räume, in denen Veränderung möglich wird – und neue Lebenswege entstehen dürfen…

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