Interviews

Hofer Sabine: Wenn Fotografie echte Erinnerungen sichtbar macht

Fotografie ist für Hofer Sabine weit mehr als das Festhalten schöner Bilder: Sie macht Lebensphasen, Gefühle und persönliche Entwicklungen sichtbar. Im Interview erzählt sie, warum echte, ungestellte Momente für Familien, Mamas und Unternehmerinnen so wertvoll sind.

Dabei spricht sie über Unsicherheit vor der Kamera, authentische Brand-Fotografie und die Kraft von Erinnerungen. Ihr Ziel ist es, Bilder zu schaffen, die auch Jahre später berühren und zeigen, wie viel Schönheit im echten Leben liegt.

Hofer Sabine im Interview

Hofer Sabine Interview

Fotocredits: @rosafotografiert

Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Leidenschaft für Fotografie zum Beruf zu machen und Menschen bei ihren wichtigsten Lebensphasen zu begleiten?

Mit 40 habe ich entschieden, endlich das zu tun, was mir Energie gibt statt sie zu nehmen – und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Meine Devise dabei war: Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

Für mich bedeutet selbstständig zu sein übrigens nicht „selbst und ständig“, sondern „ständig ich selbst“.

Das heißt: etwas aufzubauen, das meinen Talenten, meiner Persönlichkeit und meinen Werten entspricht – und vor allem Freude macht.

Fotografie war für mich dabei nie nur ein Beruf. Ich habe in meinem eigenen Leben schon erlebt, wie es sich anfühlt, zu wenige Erinnerungen zu haben, weil man Momente im Alltag als nicht wichtig oder nicht besonders genug wahrgenommen hat. Erst später merkt man oft, welchen Wert genau diese Augenblicke eigentlich hatten.

Heute ist es mir wichtig, genau das für andere Menschen sichtbar zu machen – besonders für Mamas und Familien. Nicht nur die großen Meilensteine, sondern auch die kleinen, echten Momente, die später unbezahlbar werden.

Sie halten echte, ungestellte Momente fest – was macht authentische Fotografie für Sie so besonders?

Authentische Fotografie bedeutet für mich vor allem, Menschen genau dort abzuholen, wo sie gerade sind.

Ich möchte nicht, dass jemand vor meiner Kamera das Gefühl hat, erst schöner, schlanker, entspannter oder „perfekter“ sein zu müssen. Auch Kinder müssen nicht leise sein oder still sitzen, damit wertvolle Bilder entstehen können.

Ich glaube, wir dürfen wieder lernen, die Schönheit im echten Leben zu erkennen – auch im Unperfekten. Denn berührende Momente passieren nicht irgendwann später, wenn endlich alles perfekt ist. Sie passieren mitten im Alltag.

Für mich geht es deshalb nicht nur darum, schöne Bilder zu machen, sondern die Bedeutung einer bestimmten Lebensphase einzufangen. So, dass Menschen Jahre später ihre Fotos ansehen und für einen Moment wieder genau dorthin zurückreisen können – weil sie es fühlen.

Ihr Angebot reicht von Familien- und Babyshootings bis hin zu Business- und Brand-Fotografie – wie unterscheiden sich diese Bereiche in Ihrer Arbeit?

Diese Bereiche haben für mich eine große Gemeinsamkeit: Es geht immer um Meilensteine und persönliche Entwicklung.

Die Unterschiede liegen vor allem in der Vorbereitung und in der Energie des Shootings. Gerade bei Business- und Brand-Shootings bin ich im engen Austausch mit meinen Kundinnen.

Ich möchte verstehen, wer dieser Mensch wirklich ist, wofür er steht und welche Wirkung transportiert werden soll. Nur so kann eine Bildwelt entstehen, die authentisch wirkt und ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Gleichzeitig ist mir auch dort wichtig, nicht nur „schöne Fotos“ zu machen, sondern echtes Gefühl einzufangen. Denn Menschen wirken dann am stärksten, wenn sie mit sich selbst verbunden sind.

Bei Familien- oder Babybauchshootings steht oft mehr das bewusste Erleben des Moments im Mittelpunkt. Wenn wir es schaffen, für einen Augenblick wirklich präsent zu sein und diesen Moment zu fühlen, entstehen Bilder mit Tiefe und echter Emotion.

Im Businessbereich kommt zusätzlich noch etwas anderes dazu: Dort holen wir oft die Zukunftsversion eines Menschen sichtbar nach außen. Je nach Thema des Shootings dürfen dadurch Stärke, Klarheit, Präsenz oder Vertrauen sichtbar werden.

Um Wachstum und Veränderung noch bewusster sichtbar zu machen, habe ich dafür meinen eigenen Brand-Prozess entwickelt.

Ich glaube, authentische Sichtbarkeit entsteht nicht dadurch, einfach nur schöne Fotos zu machen. Sie entsteht dann, wenn Menschen verstehen, wer sie sind, wofür sie stehen und wie sie wahrgenommen werden möchten.

Deshalb beginnt ein Brand-Shooting bei mir nicht erst mit der Kamera. Gemeinsam erarbeiten wir vorab Klarheit über Persönlichkeit, Werte, Wirkung und die gewünschte Ausstrahlung. Diese innere Klarheit verändert oft auch die gesamte Präsenz vor der Kamera.

Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie Frauen dadurch mit mehr Mut, Selbstvertrauen und Klarheit in ihr Shooting – und oft auch in ihr Business – gehen. Genau das macht Brand-Fotografie für mich so besonders.

Hofer Sabine: Meilensteine, die erst mit der Zeit ihren wahren Wert zeigen

Hofer Sabine sabinehoferfotografie.com

Fotocredits: @rosafotografiert

Sie begleiten Menschen oft in Zeiten von Wachstum und Veränderung – welche Bedeutung haben solche Meilensteine für Ihre Fotografie?

Wir alle erleben im Laufe unseres Lebens immer wieder Phasen der Veränderung. Manche davon sind laut und sichtbar, andere ganz leise und trotzdem unglaublich prägend.

Für mich ist ein Fotoshooting deshalb auch eine Form der Wertschätzung – für das, was ein Mensch erlebt, aufgebaut oder durchlebt hat. Egal ob im familiären Bereich oder im Business.

Oft erkennen wir erst im Nachhinein, wie besonders eine bestimmte Lebensphase eigentlich war. Genau deshalb sind Bilder so wertvoll. Sie halten nicht nur einen Moment fest, sondern auch ein Gefühl, eine Entwicklung und einen Teil unserer Geschichte.

Für mich sind Fotografien deshalb emotionale Zeitdokumente – und ihr Wert wächst oft erst mit den Jahren.

Viele Menschen fühlen sich vor der Kamera unsicher – wie schaffen Sie es, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der echte Emotionen entstehen können?

Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, was Menschen hilft, sich vor der Kamera wirklich zu entspannen. Oft verändert sich die gesamte Stimmung, sobald Menschen mit ihren Liebsten in Verbindung kommen oder über etwas sprechen, das ihnen Freude macht. Das Gesicht wird weicher, die Körpersprache entspannter – und genau dann entstehen echte Bilder.

Mir ist wichtig, Menschen nicht in eine Rolle zu drücken. Ein Shooting soll sich nicht starr oder angespannt anfühlen, sondern eher wie ein gemütlicher Austausch.

Ich versuche, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade sind, damit sie sich gesehen und wohlfühlen können.

Gerade bei Kindern funktioniert das am besten über Leichtigkeit und Spiel. Sie dürfen lachen, laut sein, entdecken und einfach sie selbst sein. Oft entstehen genau daraus die schönsten und ehrlichsten Momente.

Es gibt viele kleine Möglichkeiten, eine Situation aufzulockern – aber am wichtigsten ist für mich, dass Menschen spüren, dass sie nichts leisten müssen, um wertvolle Bilder von sich zu bekommen.

Sie möchten mit Ihren Bildern mehr als nur Momente festhalten – was wünschen Sie sich, dass Menschen fühlen, wenn sie ihre Fotos Jahre später betrachten?

Ich wünsche mir, dass Menschen beim Betrachten ihrer Bilder erkennen, wie viel Schönes in ihrem Leben immer schon da war – auch in den ganz alltäglichen Momenten.

Dass sie stolz auf ihren Weg sind. Auf das, was sie erlebt, aufgebaut und getragen haben. Gerade Mamas vergessen im Alltag oft, wie viel sie leisten, wie viel Liebe sie geben und wie prägend ihre Rolle für eine Familie ist.

Vielleicht können Bilder manchmal genau daran erinnern.

Für mich sind Erinnerungen deshalb so wertvoll, weil sie uns zeigen können, wer wir waren, was wir gefühlt haben und wie sehr wir geliebt wurden. Ich glaube, jeder Mensch sollte Zuhause Bilder haben, die zeigen, wie wertvoll wir sind.

Über Hofer Sabine:

Ich lebe ein Leben zwischen Perfektion und Chaos, zwischen Wissenschaft und Intuition (habe auch eine Praxis für ganzheitliche Gesundheit) und bin der Meinung wir müssen in keine Schublade passen. Ich habe 3 Kinder und versuche ihnen zu lernen, dass sie einfach ALLES im Leben haben können, aber vielleicht nicht alles auf einmal. Ich wünsche mir mit meiner Arbeit noch viele Menschen glücklich machen zu können – eins der schönsten Gefühle im Leben.

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