Martina Pegutter weiß, wie sich Verantwortung, Leistungsdruck und innere Erschöpfung anfühlen – aus eigener Erfahrung in Führung, Beratung und persönlichen Umbruchphasen. Mit StartKlar verbindet sie Systemblick, moderne Astrologie und Coaching zu einem Ansatz, der nicht beschönigt, sondern trägt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen wirklich stabil macht, wenn alte Rollen nicht mehr greifen. Sie spricht über Entscheidungen, innere Architektur und darüber, wie Klarheit entsteht, die sich im Alltag umsetzen lässt.
Interview mit Martina Pegutter
Was hat Sie dazu bewegt, StartKlar zu gründen, und welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem Coaching-Ansatz?
Ich habe früh gelernt, wie man Leistung liefert. Als eine der jüngsten Hoteldirektorinnen eines 4-Sterne-Hauses war Verantwortung nicht „ein Thema“ – sie war Alltag. Entscheidungen unter Druck, hohe Erwartungen, Menschen in anspruchsvollen Situationen.
Das hat mich geprägt: Disziplin, Überblick, Standards. Und gleichzeitig ist da früh eine zweite Frage in mir aufgetaucht, die sich nicht wegorganisieren ließ: Was macht Menschen wirklich tragfähig, wenn es ernst wird?
Später, in der Unternehmensberatung, habe ich Systeme von innen gesehen: Prozesse, Rollen, Machtlinien,
Kultur – und diese unsichtbaren Dinge, über die keiner spricht, die aber alles steuern. Dort wurde mir klar: Erfolg entsteht nicht nur durch Strategie, sondern durch Passung zwischen Person, Haltung und Entscheidung. Man kann Strukturen bauen – und trotzdem innerlich ausfransen.
Und dann kam das Leben dazwischen. Mehr als einmal. Brüche, die nicht verhandelbar waren. Keine „Krise als Chance“-Geschichte, sondern echte Momente, in denen das bisherige Selbstbild nicht mehr getragen hat.
Da stand ich plötzlich vor Fragen, die kein Karriereplan beantwortet: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr über Funktionieren definiert bin? Was bleibt, wenn Rollen abfallen?
Astrologie war in dieser Zeit nicht „nice to have“, sondern ein Geländer. Sie hat mir Sprache gegeben, als ich selbst keine hatte. Sie hat Muster sichtbar gemacht, die ich vorher mit Willenskraft überdeckt hatte. Und sie hat mir geholfen, mich wieder einzusammeln: nicht romantisch, sondern präzise.
StartKlar ist aus genau diesem Spannungsfeld entstanden: aus Leistungserfahrung, Systemblick – und gelebten Bruchstellen. Meine Vision ist, Menschen an Wendepunkten nicht mit Tipps zu versorgen, sondern mit einer Landkarte, die zu ihnen passt: innerlich und im Alltag. Nicht höher, schneller, weiter – sondern ehrlich, tragfähig, umsetzbar.
Wie würden Sie moderne Astrologie und Business-Astrologie beschreiben – und wie lassen sich diese Zugänge in Coaching- und Entscheidungsprozessen praktisch nutzen?
Moderne Astrologie ist für mich kein Orakel. Sie ist eine Diagnosesprache für innere Architektur: Bedürfnisse, Antreiber, Stressmuster, Reizthemen, Ressourcen.
Das Spannende ist: Viele Menschen spüren diese Dinge längst – aber sie können sie nicht sauber benennen. Und wenn etwas keine Worte hat, steuert es im Hintergrund.
Business-Astrologie übersetzt das in Führung, Selbstständigkeit und Unternehmersein. Nicht als Magie, sondern als zusätzlicher Blickwinkel neben Erfahrung, Zahlen und gesundem Menschenverstand. Ich nutze Horoskopanalysen wie eine Art „Röntgenbild“: Wo wird Energie verbrannt? Wo entstehen Konflikte im Team?
Wie trifft jemand Entscheidungen – impulsiv, abwartend, analytisch, aus Loyalität? Und wie kommuniziert diese Person so, dass sie nicht ständig gegen sich arbeitet?
Praktisch heißt das zum Beispiel:
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- Entscheidungen: Was ist wirklich die Frage – und was ist nur Angst vor Reaktionen?
- Positionierung: Was ist Kern – und was ist Schutzstrategie?
- Kommunikation & Auftreten: Welche Sprache trägt dich, statt dich zu verkleiden?
Teamdynamik: Wo knirscht es, weil Rollen nicht zur Natur der Menschen passen?
Astrologie ersetzt kein Coaching. Sie liefert Hinweise. Coaching macht daraus Schritte.
Mit welchen Themen oder Lebenssituationen kommen Klient:innen typischerweise zu Ihnen, und was zeichnet Ihre 1:1-Begleitung aus?
Viele meiner Klient:innen sind Menschen mit Verantwortung: selbstständig, führend, leistungsgeprägt – und innerlich müde vom Dauerhalten. Häufig geht es um Umbrüche: nach Schicksalsschlag, Trennung, Krankheit, Jobwechsel, innerem Ausstieg trotz „Erfolg“. Manche kommen auch, weil das Außen wächst, aber innen etwas nicht mehr mitgeht.
Was meine 1:1-Begleitung auszeichnet, ist die Mischung aus Tiefe und Zumutung im besten Sinn: Ich bleibe warm – aber ich lasse niemanden im Selbstbetrug sitzen. Wir arbeiten nicht an einer schöneren Version, sondern an einer tragfähigeren.
Mit Systemblick, feinem Gespür und einer klaren Übersetzung in den Alltag: Gespräche, Entscheidungen, Grenzen, nächste Schritte.
Und ja: Es gibt diesen Zwischenraum – wenn das Alte weg ist und das Neue noch keine Kontur hat. Viele kennen ihn. Kaum jemand spricht darüber. Genau dort kann Begleitung den Unterschied machen.
Martina Pegutter: Formate für unterschiedliche Veränderungsprozesse
Welche Angebote und Formate bieten Sie an, und wie unterscheiden sich Einzelcoachings, Mentoring oder Gruppenformate in ihrer Wirkung?
Ich biete 1:1-Coaching, Mentoring-Prozesse und je nach Thema auch Gruppenformate an.
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- Einzelcoaching ist ideal für eine konkrete Fragestellung oder einen Knoten, der gelöst werden will. Es bringt oft schnelle Klarheit und einen sauberen nächsten Schritt.
- Mentoring ist für Menschen, die nicht nur ein Thema lösen, sondern eine neue Art leben und führen wollen – im Business oder privat. Hier entstehen echte Veränderungen im Fundament: Entscheidungen, Grenzen, Identität, Sichtbarkeit, Strategie.
- Gruppenformate haben eine besondere Kraft: Du merkst, dass du nicht „komisch“ bist, sondern menschlich. Spiegel, Resonanz und Mut entstehen schneller – und viele gehen dadurch konsequenter in die Umsetzung.
Ihre Arbeit verbindet unterschiedliche Zugänge wie Reflextion, Strategie und Achtsamkeit. Wie ergänzen sich diese Elemente in Ihrer täglichen Arbeit?
Reflexion ist das Wahrnehmen: Was ist wirklich los?
Achtsamkeit ist der Kontakt: Wo stehe ich gerade – im Körper, in meinen Grenzen, in meiner Wahrheit?
Strategie ist die Übersetzung: Was mache ich daraus – konkret, realistisch, in Schritten?
Ohne Reflexion wird Strategie zur Maske. Ohne Achtsamkeit wird Umsetzung zur Gewalt gegen sich selbst. Ohne Strategie bleibt Erkenntnis oft nur ein schöner Moment.
Ich verbinde diese Ebenen, damit Veränderung nicht nur verstanden, sondern gelebt wird.
Woran erkennen Sie in Ihrer Praxis, dass Ihre Begleitung Wirkung zeigt – und gibt es ein Erlebnis oder Feedback, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich sehe Wirkung daran, dass Menschen anders handeln, nicht nur anders reden. Weniger Kreisverkehr im Kopf. Mehr ruhige Konsequenz.
Entscheidungen, die nicht mehr aus Erschöpfung oder Trotz kommen, sondern aus Selbstrespekt. Und daran, dass sie sich selbst im Alltag nicht mehr ständig übergehen.
Ein Satz, der mir geblieben ist, war:
Ich habe nicht gelernt, härter zu werden. Ich habe gelernt, mich nicht mehr zu verraten.
Das trifft den Kern meiner Arbeit sehr genau.
Über Martina Pegutter:
Ich habe als sehr junge Hoteldirektorin Verantwortung gelernt, später als Unternehmensberaterin Systeme gelesen – und durch eigene Schicksalsschläge erfahren, was trägt, wenn das Außen nicht mehr reicht. Heute verbinde ich Coaching, Achtsamkeit und psychologisch orientierte (Wirtschafts-)Astrologie zu einer präzisen Begleitung für Menschen an Wendepunkten. Für alle, die nicht nur funktionieren wollen, sondern wieder verlässlich in ihrem eigenen Leben stehen möchten.




