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Anja Mutzenbach: Stärken erkennen, Klarheit gewinnen und resilient wachsen

Jeder Mensch besitzt Stärken – doch oft bleiben sie im Alltag unentdeckt. Anja Mutzenbach begleitet mit HOORAY Solutions und STARKmitHOORAY Menschen dabei, ihre Potenziale sichtbar zu machen und daraus Klarheit, Selbstvertrauen und Resilienz zu entwickeln.

Ob im Beruf, in Familien oder in Unternehmen: Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass nachhaltige Veränderung dort beginnt, wo Menschen ihre eigenen Fähigkeiten erkennen und Schritt für Schritt in ihren Alltag integrieren.

Anja Mutzenbach im Interview

Anja Mutzenbach Interview

Was hat Sie dazu bewegt, HOORAY zu gründen und Menschen dabei zu begleiten, ihre Stärken zu erkennen und mehr Resilienz zu entwickeln?

Ich bin damit aufgewachsen, lange nicht zu wissen, welche Stärken ich eigentlich habe. Vieles, was ich konnte, hielt ich einfach für normal, für etwas, dass „ja jede*r kann“. Als ich mich nach meinem Studium um Stellen bewarb und immer wieder nach meinen Stärken gefragt wurde, merkte ich, wie wenig ich darauf zu antworten wusste.

Nach einem solchen Gespräch saß ich mit meiner ältesten Freundin im Café und erzählte ihr, dass ich „ja nichts Besonderes“ könne. Sie sah mich nur an, nahm eine Serviette und fing an zu schreiben.

Wenig später hielt ich eine Liste meiner Stärken in der Hand.  Ihre Sicht auf mich, Stärken, die sie bei mir sah. Dinge, die für mich völlig selbstverständlich waren und es tatsächlich einfach nicht sind. Diese Serviette hat mir gezeigt, dass und wieviele Stärken ich tatsächlich habe, und mich gelehrt, sie selbst wahrzunehmen.

Später, als Juristin und Personalerin in einem internationalen Unternehmen, merkte ich, wie vielen Menschen es genauso geht: Sie halten ihre Stärken für normal und übersehen sie deshalb. Ab da war für mich klar, dass genau das mein Thema ist.

2020 habe ich mich selbstständig gemacht, um andere Menschen dabei zu begleiten, zu erkennen, was in ihnen steckt, im Unternehmens- und Teamkontext mit HOORAY Solutions, und bei Einzelpersonen und Familien mit STARKmitHOORAY.

Ihr Coaching reicht von Karriere- über Transformations- bis hin zu Executive Coaching – wie unterscheiden sich diese Bereiche in Ihrer Arbeit konkret?

Das PERMA-Modell von Martin Seligman (positive Psychologie) ist in allen Bereichen die gemeinsame Basis, aber ich kombiniere es je nach Anliegen mit unterschiedlichen Methoden.

Im Karrierecoaching arbeite ich viel mit der Kompetenzenbilanz: Wir schauen strukturiert auf Tätigkeiten, Fähigkeiten und Erfahrungen aus Beruf, Ausbildung und Privatleben, damit sichtbar wird, was jemand wirklich kann, oft mehr, als der Person selbst bewusst ist.

Im Transformationscoaching gehe ich tiefer, in Richtung Sinn und Beziehungen: Es geht nicht mehr nur um den nächsten Job, sondern darum, wer jemand sein will und wie sich das mit dem bisherigen Leben verträgt.

Im Executive Coaching nutze ich zusätzlich das PERMA-Lead-Modell von Markus Ebner, weil es die Frage beantwortet, wie eine Führungskraft ihre eigene Klarheit in Führung für andere übersetzt.

Viele Menschen stehen beruflich oder persönlich an Wendepunkten – wie unterstützen Sie sie dabei, Klarheit zu gewinnen und ihren eigenen Weg zu finden?

Klarheit entsteht bei den wenigsten Menschen nur durch reines Nachdenken.

Deshalb arbeite ich nicht rein kognitiv durch gezielte Fragestellungen, sondern beziehe bewusst auch das Fühlen mit ein, etwa über Methoden aus meiner IntuSense®-Ausbildung.

Die Idee dahinter: Ein Wendepunkt fühlt sich oft an wie Nebel, man weiß zwar, dass sich etwas ändern muss, aber nicht wohin. In meiner Arbeit mit den Coachees setze ich genau dort an, wo jemand gerade steht, ob das eher auf der Kopf-Ebene ist oder eher auf der Gefühlsebene, und begleite von dort aus Schritt für Schritt bis ins konkrete Tun.

Ich gebe keine Antworten, ich unterstütze die Menschen dabei, die Antworten selbst zu finden. Oft kommt am Ende einer Coaching-Stunde nicht die Antwort, die ich erwartet hätte, sondern die, die der Coachee selbst noch nie laut ausgesprochen hat. Genau die zählt.

Anja Mutzenbach: Kinder stärken – ein Schritt nach dem anderen

Anja Mutzenbach HOORAY SOLUTIONS

Ein besonderer Fokus liegt auch auf Kindern, Jugendlichen und Familien – wie gelingt es, gerade jungen Menschen nachhaltig Selbstvertrauen und Resilienz zu vermitteln?

Kinder und Jugendliche lernen Resilienz nicht durch Vorträge, sondern durch immer wieder gemachte Erfahrungen, auf die aufmerksam gemacht wird, im Alltag, im Spiel, in kleinen Erfolgsmomenten, die von den engsten Bezugspersonen sichtbar gemacht werden.

Genau das ist die Arbeit von STARKmitHOORAY: Ich übersetze positive Psychologie in altersgerechte Übungen für Kinder und ihre Familien. Auch arbeite ich gerne im Schulkontext mit Lehrkräften, damit diese wiederum die Resilienz an die Kinder weitergeben.

Es geht darum, den Kindern Wohlbefinden nicht nur zu vermitteln, sondern jeden Tag gezielt erlebbar zu machen.

Und weil Familie, aber auch Schule das engste System ist, in dem junge Menschen sich entwickeln, beziehe ich bei jüngeren Kindern grundsätzlich, bei Jugendlichen nur, wenn sie selbst einverstanden sind, auch die Eltern mit ein, damit das, was in der Coaching-Stunde entsteht, auch zu Hause weiterlebt. Denn ich kann nur den Samen säen und pflegen, wachsen lassen müssen ihn die Menschen, die täglich mit den Kindern zu tun haben.

Sie arbeiten mit Teams und Unternehmen zu Themen wie Kommunikation und Positive Leadership – worauf kommt es dabei aus Ihrer Sicht besonders an?

Positive Leadership bedeutet nicht, Probleme schönzureden, sondern eine Führungskultur zu schaffen, in der Stärken gesehen werden, in der Fehler besprochen statt versteckt werden und in der Menschen sich sicher genug fühlen, um ehrlich zu kommunizieren.

Nach dem PERMA-Lead-Modell zeigt sich das ganz konkret: Führungskräfte, die selbst positive Emotionen vorleben, aktiv Beziehungen pflegen und Sinn im gemeinsamen Tun sichtbar machen, wirken direkt auf Engagement und Ergebnisse im Team.

Ein Team, das offen über Fehler spricht, statt sie zu vertuschen, löst Probleme im Schnitt früher, bevor sie zu teuren Krisen werden.

Was ist Ihnen in Ihrer Arbeit besonders wichtig, wenn es darum geht, Menschen langfristig in ihre Stärke zu bringen und Veränderung nachhaltig zu verankern?

Eine Erkenntnis allein verändert noch nichts, entscheidend ist, was danach im Alltag passiert.

Deshalb arbeite ich nie nur auf der Gedankenebene, sondern immer auch auf der Handlungsebene: kleine, wiederholbare Schritte, die sich in den echten Alltag einbauen lassen, statt einmaliger Aha-Momente, die nach zwei Wochen verpuffen.

Zum Beispiel bauen positive Emotionen über die Zeit Ressourcen auf, das ist wissenschaftlich gut belegt, unter anderem durch die Broaden-and-Build-Theorie von Barbara Fredrickson, aber sie müssen dafür trainiert und nicht nur einmal erlebt werden. Genau das ist meine Aufgabe: dranbleiben, bis aus einem guten Moment eine neue Gewohnheit geworden ist.

Über Anja Mutzenbach:

Anja Mutzenbach wusste lange selbst nicht, was sie eigentlich kann, bis ihr eine Freundin genau das auf einer Serviette aufschrieb.

Seit 2020 macht sie aus dieser Erfahrung ihren Beruf: Als Juristin, Trainerin und Coachin hilft sie Menschen jeden Alters, ihre Stärken zu sehen und daraus Klarheit und Resilienz zu entwickeln, mit Hooray Solutions für Unternehmen und STARKmitHOORAY für Einzelpersonen und Familien.

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