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Wann wurde der Stephansdom gebaut? Wiens berühmteste Mauern bergen erstaunliche Geschichten

Wann wurde der Stephansdom gebaut? Die Geschichte beginnt im Jahr 1137 mit einer ersten romanischen Kirche, doch das Bauwerk, das heute den Stephansplatz prägt, entstand über mehrere Jahrhunderte. 1147 wurde die erste Stephanskirche geweiht, im 14. Jahrhundert begann der große gotische Ausbau und 1433 war der markante Südturm vollendet. Erst 1511 endete mit der Einstellung der Arbeiten am Nordturm eine der entscheidenden mittelalterlichen Bauphasen.

Gerade diese lange Entstehung macht den Wiener Stephansdom architektonisch so spannend. Romanische Bauteile treffen auf gotische Architektur, mittelalterliche Steinmetzkunst auf spätere Ergänzungen und Spuren des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Geschichte führt von einem Kirchenbau vor den Mauern Wiens bis zu einem Wahrzeichen, dessen historische Substanz noch 2026 von der Dombauhütte und dem Bundesdenkmalamt untersucht und restauriert wird.

Von der ersten Stephanskirche zum gotischen Dom in Wien

Von der ersten Stephanskirche zum gotischen Dom in Wien

Als Ausgangspunkt der Geschichte des Doms gilt das Jahr 1137. Im sogenannten Tauschvertrag von Mautern zwischen Herzog Leopold IV. und dem Passauer Bischof Reginmar wurde St. Stephan erstmals urkundlich genannt. Für dieses Jahr wird auch der Baubeginn der ersten Stephanskirche angenommen. Am 26. Dezember 1147 erfolgte die Weihe der romanischen Kirche, wobei die Domkirche selbst darauf hinweist, dass es sich vermutlich um eine Teilweihe handelte und das Gebäude zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig fertiggestellt war.

Im 14. Jahrhundert veränderte sich die Kirche grundlegend. Zwischen 1304 und 1340 entstand der gotische Albertinische Chor, dessen Name auf Herzog Albrecht II. verweist. 1359 setzte Herzog Rudolf IV., der später den Beinamen „der Stifter“ erhielt, mit der Grundsteinlegung für den Ausbau einen weiteren entscheidenden Impuls. Aus der älteren romanischen Kirche entwickelte sich damit schrittweise eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich.

Wie alt ist der Stephansdom?

Legt man 1137 als Baubeginn der ersten Stephanskirche zugrunde, reicht die Baugeschichte 2026 bereits 889 Jahre zurück. Der heute sichtbare Bau ist allerdings nicht einfach ein fast 900 Jahre altes Gebäude in unveränderter Form. Zahlreiche Bauphasen, Umbauten, Restaurierungen und der Wiederaufbau nach 1945 haben sein Erscheinungsbild geprägt.

Wer hat den Stephansdom gebaut?

Einen einzelnen Erbauer gibt es nicht. Generationen von Bauleuten, Steinmetzen und Dombaumeistern arbeiteten an St. Stephan, während Herrscher und kirchliche Institutionen einzelne Bauphasen vorantrieben. Herzog Rudolf IV. spielte für den gotischen Ausbau eine zentrale Rolle, während unter Baumeister Hans Prachatitz der Südturm 1433 vollendet wurde.

Südturm, Nordturm und Architektur des Wiener Wahrzeichens

Der 136,4 Meter hohe Südturm ist bis heute eines der auffälligsten Elemente der Wiener Stadtsilhouette. Als er 1433 fertiggestellt wurde, galt er laut Domchronik als höchster Kirchturm Europas. Wer heute die 343 Stufen zur Türmerstube hinaufsteigt, erreicht einen Aussichtspunkt über Wien und kann zugleich nachvollziehen, welche Dimension mittelalterliche Baukunst hier erreichte.

Eigentlich war eine deutlich symmetrischere Anlage vorgesehen. 1450 wurde unter Kaiser Friedrich III. das Fundament für den Nordturm geschaffen, der als Gegenstück zum Südturm geplant war. Die Arbeiten kamen jedoch nicht zum vorgesehenen Abschluss. 1511 wurde der Weiterbau eingestellt, wobei die Domchronik die Reformation und die näher rückende Türkengefahr nennt, durch die der Ausbau der Stadtbefestigung dringlicher wurde.

Weshalb blieb der Nordturm unvollendet?

Mit 68,3 Metern erreicht der Nordturm nur etwa die halbe Höhe des Südturms. 1578 erhielt der unvollendete Bau eine Renaissancehaube, die ihm seinen bis heute charakteristischen Abschluss gab. Im Nordturm befindet sich inzwischen die Pummerin, die größte Glocke Österreichs und eines der bekanntesten Symbole von St. Stephan.

Wann wurde der Stephansdom gebaut?

Wann wurde der Stephansdom gebaut?

Eine einzige Jahreszahl greift bei diesem Bauwerk zu kurz. 1137 markiert den angenommenen Beginn der ersten romanischen Kirche, 1147 deren Weihe und 1340 die Weihe des neuen gotischen Chors. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der gotische Ausbau entscheidend vorangetrieben, 1433 war der Südturm vollendet und 1511 endeten die Arbeiten am Nordturm.

Wann wurde der Stephansdom gebaut, lässt sich deshalb am treffendsten mit einer Zeitspanne beantworten. Zwischen dem ersten Bau des 12. Jahrhunderts und dem Ende der großen mittelalterlichen Bauphase liegen mehr als 370 Jahre Entwicklung. Selbst danach blieb St. Stephan niemals unverändert, denn barocke Ausstattungen, Restaurierungen und Wiederaufbauarbeiten ergänzten das mittelalterliche Bauwerk immer wieder.

Ein eindrucksvolles Beispiel liefert die Gegenwart. 2025 untersuchten Fachleute rund 30 Jahre nach der großen Restaurierung erneut das romanische Riesentor. 2026 folgten erste Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeits- und Salzschäden, während die Dombauhütte kontinuierlich historische Steine, Skulpturen und andere Bauteile kontrolliert und erhält.

Warum wurde der Stephansdom zerstört?

Der Stephansdom wurde im Zweiten Weltkrieg nicht vollständig zerstört, erlitt im April 1945 jedoch verheerende Brandschäden. Lange hielt sich die Erzählung, sowjetische Truppen hätten das Wahrzeichen in Brand geschossen. Nach Darstellung des Wien Museums griffen in der Nacht vom 11. auf den 12. April Feuer aus umliegenden Geschäftshäusern auf den mittelalterlichen Dachstuhl über. Die Brände in diesen Häusern waren von einheimischen Plünderern gelegt worden.

Das Feuer vernichtete den Dachstuhl und richtete schwere Schäden im Inneren an. Auch die alte Pummerin stürzte ab und zerbrach. Schon kurz nach Kriegsende begann der Wiederaufbau, der durch öffentliche Mittel und zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung getragen wurde. 1952 konnte St. Stephan feierlich wiedereröffnet werden und entwickelte sich dadurch auch zu einem Symbol des österreichischen Wiederaufbaus.

Die neue Pummerin wurde 1951 in St. Florian gegossen und 1952 nach Wien gebracht. Zunächst stand die große Glocke noch neben dem Dom, weil ihr künftiger Platz nicht fertiggestellt war. Erst 1957 wurde sie in den Nordturm gebracht, wo sie heute zu hohen Festtagen und ausgewählten Anlässen geläutet wird.

Wem gehört der Stephansdom?

St. Stephan ist die Domkirche der Erzdiözese Wien und Sitz des Wiener Erzbischofs. Für die Verwaltung der Domkirche ist das Domkapitel verantwortlich, dessen Geschichte bis zur Gründung des Allerheiligenkapitels durch Herzog Rudolf IV. im Jahr 1365 zurückreicht. Das heutige Domkapitel besteht aus zwölf vom Erzbischof ernannten Mitgliedern und besitzt nach eigenen Angaben weiterhin die oberste Entscheidungsgewalt über den Stephansdom.

Damit ist das Wahrzeichen der Stadt kein Gebäude der Stadt Wien oder der Republik Österreich. Seine kirchliche Verwaltung ist historisch eng mit dem Domkapitel verbunden. Seit Wien 1722 zur Erzdiözese erhoben wurde, ist St. Stephan zudem Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien und besitzt damit eine herausgehobene Stellung innerhalb der katholischen Kirche Österreichs.

Wer ist unter dem Stephansdom begraben?

Wer ist unter dem Stephansdom begraben?

Unter und innerhalb von St. Stephan befinden sich bedeutende historische Grabstätten. In den Katakomben liegen unter anderem Angehörige der Habsburger sowie zahlreiche Geistliche. Die unterirdischen Räume bilden ein weit verzweigtes System von Begräbnisstätten, das heute im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich ist.

Nicht alle bedeutenden Bestattungen liegen jedoch tief unter der Kirche. Kaiser Friedrich III. erhielt im Dom ein monumentales Grabmal aus rotem Marmor, während Prinz Eugen von Savoyen in einer eigenen Kapelle bestattet wurde. Auch Herzog Rudolf IV. und weitere Mitglieder seiner Familie sind eng mit den Begräbnisstätten von St. Stephan verbunden. Damit ist der Dom nicht nur Gotteshaus und Baudenkmal, sondern zugleich ein Erinnerungsort für mehrere Jahrhunderte österreichischer Geschichte.

Fazit: Wann wurde der Stephansdom gebaut?

Wann wurde der Stephansdom gebaut? Der Ursprung reicht bis 1137 zurück, die erste romanische Stephanskirche wurde 1147 geweiht und das heute prägende gotische Erscheinungsbild entwickelte sich vor allem im 14. und 15. Jahrhundert. Mit der Fertigstellung des Südturms 1433 und dem Baustopp am Nordturm 1511 erreichte die mittelalterliche Baugeschichte ihre entscheidenden späteren Stationen.

Gerade deshalb erzählt St. Stephan weit mehr als die Geschichte eines alten Kirchengebäudes. Romanische Ursprünge, gotischer Ehrgeiz, der unvollendete Nordturm, der Brand von 1945 und der Wiederaufbau bis 1952 haben das Wahrzeichen geprägt. Dass am Riesentor noch 2025 und 2026 geforscht und restauriert wurde, zeigt zugleich, dass die Erhaltung dieses Bauwerks nach fast neun Jahrhunderten nicht abgeschlossen ist.

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