Wie tief ist der Wörthersee? An seiner tiefsten Stelle reichen 85,2 Meter Wasser bis zum Seegrund. Damit verbirgt sich unter der bekannten türkisfarbenen Oberfläche eine eindrucksvolle Unterwasserlandschaft. Der größte See Kärntens ist rund 16,5 Kilometer lang, bis zu 1,7 Kilometer breit und umfasst eine Fläche von etwa 19,4 Quadratkilometern. Sein Wasservolumen beträgt mehr als 816 Millionen Kubikmeter.
Zwischen Velden, Pörtschach, Maria Wörth und Klagenfurt liegen jedoch nicht einfach 85 Meter Wasser unter jedem Boot. Halbinseln und unterseeische Schwellen teilen den Wörthersee in drei Becken mit sehr unterschiedlichen Tiefen. Auch seine ungewöhnliche Wasserschichtung, die Fischwelt und die Eigentumsverhältnisse machen den See interessanter, als sein Ruf als sommerliches Badeziel zunächst vermuten lässt. Ein Blick unter die Oberfläche zeigt, weshalb seine Tiefe für das gesamte Ökosystem eine entscheidende Rolle spielt.
Der Wörthersee in Kärnten ist größer, als er vom Ufer wirkt
Der Wörthersee ist der größte See Kärntens und erstreckt sich in Ost-West-Richtung durch die Hügellandschaft des Klagenfurter Beckens. Seine Fläche beträgt rund 19,4 Quadratkilometer, die maximale Länge 16,5 Kilometer und die größte Breite etwa 1,7 Kilometer. Die mittlere Tiefe liegt bei rund 42 Metern, während die maximale Tiefe mehr als doppelt so groß ist.
Rund um den Wörthersee liegen bekannte Orte wie Velden am Wörthersee, Pörtschach am Wörthersee, Krumpendorf, Maria Wörth und Klagenfurt am Wörthersee. Von Aussichtspunkten wie dem Pyramidenkogel lässt sich die langgestreckte Form gut erkennen. Direkt am Wörthersee befinden sich zudem zahlreiche Badeplätze, darunter das Strandbad Klagenfurt und das Promenadenbad Pörtschach. Im Sommer können die Temperaturen in Ufernähe bis etwa 27 Grad Celsius und zeitweise sogar darüber erreichen.
Wo ist die tiefste Stelle im Wörthersee?
Der tiefste Punkt des Wörthersees liegt im westlichen Becken, das von Velden bis zur Pörtschacher Halbinsel reicht. Dort erreicht der See seine maximale Tiefe von 85,2 Metern. Das mittlere Becken von Pörtschach bis Maria Wörth ist mit maximal knapp 40 Metern deutlich flacher, während das östliche Becken von Maria Wörth bis Klagenfurt auf mehr als 70 Meter hinabreicht.
Diese Unterschiede entstehen durch die Form der Seewanne. Inseln, Halbinseln und unterseeische Schwellen haben den Wörthersee in drei Becken gegliedert, die unter Wasser eine abwechslungsreiche Topografie bilden. Die mittlere Tiefe von etwa 42 Metern zeigt deshalb besser als der Maximalwert, wie mächtig der Wasserkörper insgesamt ist.
Wie lang und wie breit ist der Wörthersee?
Von West nach Ost misst der See rund 16,5 Kilometer, seine maximale Breite liegt bei etwa 1,7 Kilometern. Insgesamt befinden sich mehr als 816 Millionen Kubikmeter Wasser in der Seewanne. Mit einer Fläche von 1.939 Hektar beziehungsweise rund 19,4 Quadratkilometern ist der Wörthersee ist der größte See Kärntens.
Wie tief ist der Wörthersee und was geschieht in seinen Tiefenzonen?
Wie tief ist der Wörthersee, spielt nicht nur für Zahlenvergleiche eine Rolle. Die Tiefe beeinflusst unmittelbar, wie sich Temperatur und Sauerstoff im Wasser verteilen. Der Wörthersee gehört zu den meromiktischen Gewässern, bei denen sich der Wasserkörper nicht regelmäßig bis zum Grund vollständig durchmischt. Untersuchungen des Kärntner Instituts für Seenforschung zeigen, dass sich die Grenze zur sauerstoffarmen Tiefenzone im Laufe der Jahrzehnte verschoben hat.
Aufgrund der windgeschützten Lage und der geringen Durchflutung reicht die Energie für eine vollständige Durchmischung des tiefen Wassers häufig nicht aus. In den tiefsten Bereichen kann deshalb Sauerstoff knapp werden oder zeitweise fehlen. Der See wird von einer Vielzahl von kleineren Bächen gespeist, während die Glanfurt der im Osten des Sees gelegene Abfluss ist und den See schließlich über Glan, Gurk und Drau entwässert. Die theoretische Wassererneuerungszeit wird im österreichischen Seenatlas mit 10,5 Jahren angegeben.
Welche Fische schwimmen im Wörthersee?
Unter der Oberfläche lebt eine vielfältige Fischgemeinschaft. Bei den jüngsten fischökologischen Untersuchungen 2022 und 2023 wurde dem Wörthersee ein guter fischökologischer Zustand bescheinigt. Nachgewiesen wurden unter anderem Flussbarsch, Hecht, Karpfen, Reinanke, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Wels und Seelaube. Hinzu kommen nicht ursprünglich heimische Arten wie Zander, Sonnenbarsch, Forellenbarsch und Kaulbarsch.
Bei einer umfassenden Erhebung 2022 wurden insgesamt 22 Fischarten festgestellt. Rotauge und Flussbarsch gehörten gewichtsmäßig zu den häufigsten Arten der Netzfänge. Die mittlere Fischbiomasse wurde mit rund 68 Kilogramm pro Hektar ermittelt und lag damit erheblich höher als bei einer Untersuchung aus dem Jahr 2008.
Weshalb erscheint das Wasser des Sees so klar?
Die optische Erscheinung des Wörthersees hängt unter anderem mit seinem Nährstoffhaushalt und der Verteilung von Algen zusammen. Seine Wasserqualität hat sich nach früheren Belastungen durch den Ausbau der Abwasserentsorgung erheblich verbessert. Heute prägen klares Wasser und die charakteristische türkise Farbe das Bild vieler Uferabschnitte.
Die Tiefe sorgt zugleich für starke Unterschiede innerhalb des Wasserkörpers. Während sich die oberflächennahen Schichten im Sommer kräftig erwärmen und zum Baden eignen, bleiben die tieferen Bereiche deutlich kühler. Ein Sprung vom Steg vermittelt daher nur einen sehr kleinen Eindruck von den Dimensionen dieses Sees.
Wer ist der Eigentümer des Wörthersees?
Beim Eigentum muss zwischen Wasser, Seegrund und angrenzenden Ufergrundstücken unterschieden werden. Der Wörthersee ist nach österreichischem Wasserrecht ein öffentliches Gewässer. Die Österreichischen Bundesforste führen ihn zugleich unter den von ihnen betreuten Seen und erläutern, dass ihnen bei diesen Seen zumeist die Seewanne, also der Seegrund, sowie schmale Bereiche an der Wasserlinie gehören.
Die Grundstücke am Ufer des Wörthersees können dagegen Gemeinden, der öffentlichen Hand oder privaten Eigentümern gehören. Öffentliches Gewässer bedeutet daher nicht, dass jedes Grundstück rund um den See frei betreten werden darf. Die Bundesforste haben in den vergangenen Jahren zusätzliche Uferflächen erworben, um Naturufer zu erhalten und öffentliche Seezugänge zu schaffen.
Inseln und Halbinseln erzählen die Geschichte des Wörthersees
Heute liegen mit der Kapuzinerinsel und der lang gezogenen Blumeninsel, die auch Schlangeninsel genannt wird, zwei markante Inseln im See. Maria Wörth war früher ebenfalls eine Insel, wurde jedoch bereits vor Jahrhunderten durch Veränderungen des Uferbereichs mit dem Festland verbunden. Der Name Wörthersee verweist sogar auf diese Insellandschaft, denn das historische „Werd“ beziehungsweise „Wert“ bezeichnete eine Insel.
Rund um den See treffen Natur und Tourismus heute eng aufeinander. Die Wörthersee Schifffahrt verbindet mehrere Orte, während Veranstaltungen und Wassersport die Region im Sommer prägen. Das frühere offizielle GTI-Treffen in Reifnitz gehört dagegen der Vergangenheit an. Gerade abseits der großen Veranstaltungen zeigen die Buchten, Naturufer und bewaldeten Hänge, dass der See weit mehr als eine bekannte Ferienkulisse ist.
Fazit: Wie tief ist der Wörthersee?
Wie tief ist der Wörthersee? Mit maximal 85,2 Metern reicht er deutlich tiefer hinab, als seine warme, helle Oberfläche vermuten lässt. Im Durchschnitt ist der See rund 42 Meter tief und enthält mehr als 816 Millionen Kubikmeter Wasser. Seine durch Schwellen und Halbinseln getrennten Becken sorgen dafür, dass sich die Tiefe zwischen Velden und Klagenfurt erheblich verändert.
Noch spannender wird der Wörthersee durch seine ungewöhnliche Wasserschichtung. Tiefes Wasser wird nicht regelmäßig vollständig mit den oberen Schichten vermischt, während nahe der Oberfläche im Sommer hohe Badetemperaturen erreicht werden. Zusammen mit seiner vielfältigen Fischwelt, den Inseln und der markanten Landschaft macht genau dieser Gegensatz den bekanntesten See Kärntens auch unterhalb der Wasseroberfläche zu einem außergewöhnlichen Naturraum.




