Mit ihrer Fotoagentur Wildbild hat Doris Wild ein vielseitiges Team aufgebaut, das klassische Fotografie mit modernen Formaten wie Social Content und Bewegtbild verbindet.
Ausgehend von ihrer journalistischen Erfahrung entwickelte sich ein breites Leistungsspektrum rund um visuelles Storytelling. Im Interview spricht sie über die Bedeutung von schnellem Sehen, die Anforderungen moderner Bildwelten und warum Qualität und ein geschulter Blick heute wichtiger sind denn je.
Doris Wild im Interview
Was hat Sie dazu bewegt, die Fotoagentur Wildbild zu gründen und sich auf Presse-, Event- und Imagefotografie zu spezialisieren?
Irgendwann waren es schlicht zu viele Aufträge für eine Person – ein Team war die logische Konsequenz. Meine Wurzeln liegen im redaktionellen Tageszeitungsbereich, daher waren Presseaufträge auch fotografisch der naheliegende Einstieg.
Über meinen Schwerpunkt als fixe freie Societyjournalistin bei den Salzburger Nachrichten haben sich die Verbindungen zur Eventbranche entwickelt und je nach Teamkonstellation waren wir mal werblicher, mal stärker im PR-Bereich verankert.
Aktuell verschiebt sich vieles in Richtung Social Content und da sind wir natürlich von Anfang an dabei.
Sie arbeiten als Team mit unterschiedlichen fotografischen Schwerpunkten – wie ergänzen sich die einzelnen Kompetenzen in Ihrer täglichen Arbeit?
Unsere Schwerpunkte folgen dem Markt – und der verlangt derzeit klar nach Social Content, Reels und Bewegtbild als Erweiterung zur klassischen Presse- und Eventfotografie.
Mein redaktioneller Background sowie Erfahrung in Radio und TV verbinden sich dabei zu einem stringenten Gesamtangebot. Bewegtbild für Social Media hatten wir übrigens im Portfolio, lange bevor Instagram überhaupt existierte.
Gerade in der Event- und Pressefotografie ist oft Schnelligkeit gefragt – worauf kommt es an, um im richtigen Moment das perfekte Bild einzufangen?
Eventfotografie bedeutet: Präsenz, Tempo und ein Gespür für Menschen. Entscheidend ist der Blickkontakt – der Moment, in dem Emotion sichtbar wird.
Pressefotografie verlangt zusätzlich Präzision unter Zeitdruck: mit minimalen Mitteln maximale Wirkung erzielen. Situationen sofort erfassen, Dynamiken verstehen und Storytelling im Bild verdichten.
Am Ende läuft alles auf eine Fähigkeit hinaus: schnell sehen.
Doris Wild: Visuelle Wertigkeit als Erfolgsfaktor
Neben klassischer Fotografie bieten Sie auch Social Content und visuelle Kommunikation an – wie haben sich die Anforderungen Ihrer KundInnen in den letzten Jahren verändert?
Im Kern gar nicht.
Für uns geht nach wie vor um visuelles Storytelling auf hohem Niveau.
Was sich verändert hat, ist die visuelle Umwelt: eine permanente Überflutung mit großteils schlechtem, austauschbaren Bildmaterial.
Umso wichtiger ist es, KundInnen wieder sehen zu lehren – Qualität zu erkennen und bewusst zu wählen. Denn visuelle Wertigkeit ist kein Selbstzweck, sie erzeugt messbare Wertschöpfung. Genau dieses Bewusstsein ist heute die eigentliche Herausforderung.
Ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Arbeit sind Workshops und Schulungen – was ist Ihnen dabei besonders wichtig, wenn Sie Ihr Wissen weitergeben?
Sehen lernen. Das ist der Kern.
Visueller Stillstand führt zu kreativem Stillstand. Und umgekehrt gilt: Kreatives Denken beginnt immer mit kreativem Sehen.
Wir erarbeiten eine eigene Bildsprachen für Firmen, coachen für öffentliche Auftritte, Pressekonferenzen aber auch im schulischen Bereich auf spielerische, unterhaltsame Weise. Mit unseren „Instawalks“ haben wir ein Format erarbeitet, dass sich auch als willkommene Abwechslung im Incentive Bereich anbietet.
Unser Content Coaching hilft all denen, die ihre eigenen Social Media Mitarbeiter mit dem kreativen Blick von außen motivieren möchten.
Können Sie von einem Projekt oder Einsatz berichten, der Sie besonders gefordert oder nachhaltig beeindruckt hat?
Ich arbeite bei jedem Einsatz mit derselben Intensität wie am ersten Tag. Routine bringt Sicherheit – aber keine Gleichgültigkeit. Der Umgang mit Societygrößen und CEOs ist längst Alltag, verliert aber nie an Relevanz.
Entscheidend ist für mich längst nicht mehr die Position, sondern der Mensch dahinter und seine Haltung.
Was bleibt, ist die Vielfalt: der ständige Einblick in unterschiedlichste Branchen, Perspektiven und Lebensrealitäten. Dieses „fundierte Halbwissen“, das sich dabei ansammelt, ist kein Nebeneffekt, sondern Teil des Reizes. Und ganz nebenbei die perfekte Grundlage für jeden Society-Smalltalk.
Über Doris Wild:
Meine Arbeit ist auch mein Hobby. Ich kann nicht ohne Fotografie. Selbst im Urlaub und in meiner Freizeit muss ich alles im Bild festhalten. Andere Hobbies: Sport. Früher Kampfsport – jetzt Zirkussport. Derzeit also Aerial Silk. (Hangarounds Salzburg).




