Leoni Unterkofler hat ihre Leidenschaft für Fotografie früh entdeckt – doch in der Hochzeitsfotografie fand sie ihre wahre Berufung. Sie liebt es, emotionale Augenblicke einzufangen, die weit über einen einzigen Tag hinaus Bedeutung tragen.
Für Leoni Unterkofler steht nicht die perfekte Inszenierung im Vordergrund, sondern das Authentische, Ungeplante und Gefühlvolle. Mit Feingefühl, natürlicher Bildsprache und viel Nähe zu ihren Paaren schafft sie Erinnerungen, die ein Leben lang berühren und Generationen verbinden können.
Interview mit Leoni Unterkofler

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich auf Hochzeitsfotografie zu spezialisieren – und was fasziniert Sie an dieser besonderen Aufgabe?
Die Liebe zur Fotografie begleitet mich, seit ich ein Teenager war. Schon damals hat mich die Kraft eines Bildes fasziniert – dieser eine eingefrorene Moment, der Gefühle über Jahre hinweg bewahren kann.
Hochzeiten haben mich dabei immer besonders angezogen: die einzigartigen Locations, die besonderen Outfits, vor allem aber die Intensität der Emotionen an einem Tag, der so viel Bedeutung in sich trägt.
Vor knapp sieben Jahren durfte ich die Hochzeit meiner Cousine fotografieren. Dieses Erlebnis war für mich ein Schlüsselmoment. Ich habe gespürt, wie sehr mich diese Mischung aus Verantwortung, Kreativität und emotionaler Nähe erfüllt.
Der Hochzeitstag selbst – voller Freude, Energie und echter Begegnungen – und im Anschluss die kreative Ausarbeitung der Bilder, die Planung im Vorfeld, die Begleitung der Paare: All das ergibt für mich den perfekten Arbeitsalltag.
In dieser Aufgabe gehe ich vollkommen auf. Es ist weit mehr als ein Beruf – es fühlt sich wie eine Berufung an.
Wie würden Sie Ihren fotografischen Stil beschreiben – und was macht Ihre Hochzeitsreportagen besonders?
Mein Stil ist authentisch, echt und naturnah. Ich liebe unverfälschte Emotionen und halte nichts von starren Inszenierungen. Hochzeitsreportagen sind für mich keine Mode-Fotoshootings – sie sind „perfekt unperfekt“. Genau darin liegt ihre Schönheit.
Die Natur spielt dabei eine zentrale Rolle. Ob verschneite Winterlandschaft, majestätisches Bergpanorama oder eine Trauung am Meer – es gibt unzählige atemberaubende Orte, die eine Hochzeit einzigartig machen.
Diese Natürlichkeit fließt bewusst in meine Bildsprache ein. Ich arbeite mit dem vorhandenen Licht, mit der Umgebung, mit der Stimmung des Tages.
Meine Reportagen stehen für echte Momente, eine entspannte Atmosphäre und einen natürlichen, zeitlosen Bearbeitungsstil – ohne überflüssigen Schnickschnack. Es geht nicht darum, etwas zu inszenieren, das nicht da ist. Es geht darum, das sichtbar zu machen, was ohnehin zwischen zwei Menschen existiert.
Wie bereiten Sie Paare auf ihren großen Tag vor, damit authentische und emotionale Bilder entstehen können?
Für mich beginnt die Begleitung nicht erst am Hochzeitstag. Von der ersten Anfrage bis zur finalen Auslieferung der Bilder stehe ich meinen Paaren zur Seite. Ich bin überzeugt: Die Chemie muss stimmen.
Deshalb sind persönliche Gespräche im Vorfeld für mich essenziell – noch bevor sich ein Paar endgültig entscheidet. Vertrauen ist die Basis für authentische Bilder.
Transparente Kommunikation ist mir ebenso wichtig, besonders wenn es um Preise und Leistungen geht. Niemand sollte am Ende unangenehme Überraschungen erleben. Offenheit schafft Sicherheit – und Sicherheit schafft Entspannung.
Sehr gerne empfehle ich zudem ein Kennenlern- oder Probe-Shooting vor der Hochzeit. Viele Paare haben zunächst Respekt vor der Kamera. In einer entspannten Atmosphäre können sie erleben, wie ich arbeite, und merken schnell, dass sie nichts „leisten“ müssen.
Dadurch fällt am Hochzeitstag die Nervosität rund um die Fotos weg. Und genau dann entstehen die Bilder, die ich liebe: ehrlich, leicht und voller Gefühl.
Leoni Unterkofler: Die Kunst, das Ungeplante festzuhalten
Welche Momente sind Ihnen bei einer Hochzeit besonders wichtig, um sie für das Paar festzuhalten?
Natürlich gehören die großen Momente dazu: der Ringtausch, der erste Kuss, der Hochzeitstanz. Diese Augenblicke sind bedeutend und dürfen nicht fehlen.
Doch das, was eine Reportage wirklich besonders macht, sind für mich die leisen, unscheinbaren Momente dazwischen. Der Vater, der sich heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel wischt.
Ein kurzer, inniger Blick zwischen Braut und Bräutigam, während niemand anderes es bemerkt. Das ausgelassene Lachen der Gäste. Eine Umarmung, die vielleicht nur wenige Sekunden dauert, aber alles sagt.
Diese Momente stehen in keiner Agenda. Man kann sie nicht planen. Man kann sie nur fühlen – und im richtigen Augenblick einfangen. Genau darin liegt für mich die wahre Kunst der Hochzeitsreportage.
Welche Wünsche bringen Paare meist mit – und wie gehen Sie auf ihre Erwartungen und Unsicherheiten ein?
Die meisten Paare wünschen sich vor allem eines: ungestellte, authentische Bilder, ohne steifes Posing – und dennoch ästhetisch und hochwertig umgesetzt. Genau das entspricht auch meinem eigenen Anspruch.
Jede Hochzeit ist individuell, jedes Paar bringt eine eigene Geschichte mit. Deshalb bereite ich mich auf jede Begleitung ganz persönlich vor.
Ich höre zu, stelle Fragen und versuche, ihre Vorstellungen genau zu verstehen.
Unsicherheiten ähneln sich oft: „Sind wir fotogen?“, „Wir fühlen uns vor der Kamera unwohl.“ In solchen Momenten hilft Erfahrung. Ich erkläre, wie ich arbeite, wie ich Situationen leite, ohne sie künstlich wirken zu lassen. Wenn Paare merken, dass sie sich nicht verstellen müssen, entsteht Vertrauen. Und aus Vertrauen entsteht Echtheit.
Gab es eine Hochzeit oder einen besonderen Moment, der Sie als Fotografin besonders berührt oder geprägt hat?
Vor kurzem hat mich eine Nachricht zutiefst bewegt. Eine Braut, deren Hochzeit ich 2021 begleiten durfte, schrieb mir, dass ihr Vater leider verstorben sei. Sie bedankte sich bei mir dafür, dass sie durch meine Bilder so wertvolle Erinnerungen an ihn habe.
Sie schickte mir ein Foto vom Traueraltar. Dort stand ein großer Fotodruck – ein stiller, unbeobachteter Moment ihres Vaters während der Hochzeit, den ich eingefangen hatte. Als ich das sah, musste ich selbst weinen. Es war traurig und gleichzeitig unglaublich berührend.
In diesem Augenblick wurde mir noch einmal bewusst, warum ich tue, was ich tue. Zeit vergeht. Menschen verändern sich. Manche gehen viel zu früh. Aber Erinnerungen – festgehalten in Bildern – bleiben.
Und wenn meine Arbeit dazu beitragen darf, dass solche Erinnerungen für immer bewahrt werden, dann weiß ich: Genau das ist meine Lebensaufgabe.
Über Leoni Unterkofler:
Ich liebe meine Arbeit als selbstständige Fotografin – vor allem das Privileg, meinen Alltag bewusst gestalten zu dürfen. Reisen, neue Orte zu entdecken, Perspektiven zu wechseln und Freiheit zu spüren – all das gehört für mich zu einem erfüllten Leben dazu.
Mit offenem Blick sammle ich Eindrücke, die mich prägen – und die auch in meiner Arbeit spürbar sind.



