Jessica Lackner begleitet Unternehmer:innen und Führungskräfte auf dem Weg zu klarer Positionierung und souveräner Kommunikation. Aus eigener Erfahrung weiß Jessica Lackner, wie es sich anfühlt, Kompetenz zu besitzen, aber nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Heute zeigt sie, wie Worte zu Kapital werden und Sichtbarkeit strategisch genutzt wird. Mit ihrem FAN-Modell verbindet sie innere Ausrichtung, klare Markenbotschaft und Präsenz – für mehr Wirkung, Vertrauen und unternehmerischen Erfolg.
Interview mit Jessica Lackner
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, Unternehmer:innen und Führungskräfte auf ihrem Weg zu mehr Sichtbarkeit und klarer Positionierung zu begleiten?
Wenn mich heute jemand als Keynote Speakerin auf einer Bühne erlebt, klar, präsent, mit einer Botschaft, die sitzt, wirkt das selbstverständlich. War es aber nie.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, volles Wissen zu haben und trotzdem nicht souverän zu sprechen. Ich weiß, wie es ist, Applaus zu bekommen, aber keinen Umsatz zu machen. Und ich weiß, wie frustrierend es ist, wenn man spürt, dass man mehr kann, aber die eigene Sichtbarkeit nicht strategisch nutzt.
Mich hat genau dieser Schmerz angetrieben. Dieses Gefühl, dass brillante Unternehmer:innen und Führungskräfte unter ihrem Wert bleiben, weil sie ihre Positionierung nicht klar formulieren, ihre Bühnenpräsenz nicht trainieren und Kommunikation nicht als Führungsinstrument begreifen.
Ich habe erkannt: Worte sind Kapital. Ein klarer Pitch öffnet Türen. Souveräne Kommunikation entscheidet über Wirkung, Umsatz und Mitarbeiterbindung.
Sichtbarkeit ist kein Ego Thema. Sie ist ein strategisches Instrument für Arbeitgeberattraktivität, Kundenvertrauen und unternehmerischen Erfolg.
Heute begleite ich Unternehmer:innen im Business Coaching genau an diesem Punkt. Vom Gedankenchaos zur klaren Positionierung. Von Unsicherheit zum souveränen Auftreten in Führung und Öffentlichkeit. Von Applaus zu Wirkung und Umsatz.
Diese Themen greife ich auch in meinem Podcast DIE JESSICA LACKNER SHOW auf sowie in meinen Büchern „Fachkräftemangel oder MACHkräftemangel“ und „Mach’s richtig oder lass es bleiben“. Denn oft fehlt es nicht an Fachkräften. Es fehlt an klarer Kommunikation, Sichtbarkeit und Führung.
Was verstehen Sie unter moderner Führung – und welche Kompetenzen sind heute entscheidend?
Moderne Führung hat nichts mehr mit Titel oder Hierarchie zu tun. Sie hat mit Verantwortung für Wirkung zu tun.
Eine moderne CEO und Führungskraft versteht, dass Kommunikation ihr stärkstes Führungsinstrument ist. Es reicht nicht mehr, fachlich gut zu sein. Wer nicht klar & souverän spricht, führt nicht. Wer keine Vision formuliert, gibt keine Richtung. Und wer sich hinter Fachwissen versteckt, verliert Sichtbarkeit.
Souverän sprechen ist heute keine optionale Zusatzqualifikation mehr, sondern in meinen Augen Führungsverantwortung. Denn Menschen suchen Zugehörigkeit. Und Zugehörigkeit entsteht nicht durch fachliches Wissen allein, sondern durch Verkörperung. Durch Haltung. Durch sichtbare Werte. Durch eine Persönlichkeit, die stimmig führt.
Gleichzeitig wird Personal Branding zur Führungsaufgabe. Nicht im Sinne von Selbstinszenierung, sondern im Sinne von klarer Identität. Wofür stehe ich? Wofür steht mein Unternehmen? Welche Werte vertrete ich sichtbar nach innen und außen? Mitarbeitende, Kund:innen und Partner folgen keiner anonymen Struktur. Sie folgen Persönlichkeiten.
Entscheidend sind drei Kompetenzen:
Erstens Klarheit in der Positionierung. Ohne eine klare persönliche Marke entsteht keine Orientierung.
Zweitens Präsenz. Nicht als Ego Show, sondern spürbare innere Ausrichtung. Menschen folgen keiner Rolle. Sie folgen Echtheit.
Drittens Entscheidungsstärke in der Kommunikation. Gerade in Zeiten von KI, Social Media und permanentem Vergleich wird souveräne Kommunikation zur strategischen Kernkompetenz.
Moderne Führung bedeutet für mich: sichtbar Verantwortung übernehmen. Im Meeting. Auf der Bühne. Auf Social Media. Und im eigenen Unternehmen.
Wie gelingt es, Sichtbarkeit aufzubauen, ohne sich zu verbiegen?
Indem man endlich versteht, dass Sichtbarkeit nichts mit Selbstdarstellung zu tun hat, sondern mit Klarheit.
Viele glauben, sie müssten lauter, perfekter oder künstlicher werden. Menschen spüren sofort, wenn etwas gespielt ist. Sichtbarkeit entsteht nicht durch Inszenierung, sondern durch authentische Positionierung und echte Verbindung.
Trau dich du selbst zu sein. Niemand ist perfekt. Und genau das macht dich glaubwürdig. Wer versucht, glatt zu wirken, wird glatt übersehen.
Du musst nicht allen gefallen. Im Gegenteil. Wenn dich alle mögen, bist du austauschbar. Du willst nicht alle anziehen. Du willst die Richtigen, oder? Die, die deine Werte teilen. Die, die deine Energie fühlen. Und das funktioniert nur, wenn du dich nicht verbiegst.
Also zeig dich. Mit Kanten. Mit Meinung. Mit Haltung. Sonst hilfst du niemandem. Am wenigsten dir selbst.
In meinen Coaching und Seminaren arbeite mit meinem FAN Modell – Frame, Attitude, Navigation. (Das Modell habe ich in meinem ersten Buch ausführlich beschrieben)
Frame steht für klare Marke, klare Botschaft und strategisches Personal Branding. Attitude für innere Ausrichtung, Austrahlung und Führungsenergie.
Navigation für Vision und unternehmerische Richtung.
Wenn diese drei Elemente stimmig sind, wird Sichtbarkeit zum Vertrauenshebel. Für Kundengewinnung. Für Mitarbeiterbindung. Für Arbeitgeberattraktivität.
Menschen folgen keinen Logos. Sie folgen Persönlichkeiten.
Und sie bewerben sich nicht bei Hochglanzfassaden oder KI-Avataren, sondern bei Führungspersönlichkeiten, die sichtbar echt sind.
Jessica Lackner: Die unsichtbaren Fehler in der Kommunikation
Welche typischen Kommunikationsfehler beobachten Sie?
Der häufigste Fehler ist Informationsüberladung. Viele sprechen wie ein Lexikon. Fachlich brillant, aber ohne klare Botschaft.
Menschen kaufen keine Daten. Sie kaufen Lösungen. Vertrauen. Orientierung.
Der zweite Fehler ist fehlende Positionierung. Wer austauschbar spricht, wird austauschbar wahrgenommen.
Der dritte Fehler ist Angst vor Verkauf. Inspiration ohne klare Einladung bleibt folgenlos.
Souverän sprechen kann man lernen. Redekunst ist kein Talent, sondern Handwerk. Ein klarer Pitch. Eine starke Story. Eine präzise Call to Action. Das trainieren wir systematisch.
Und wenn diese Angst vor Bewertung, vor Ablehnung, vor Sichtbarkeit einmal fällt, verändert sich alles. Plötzlich spricht man klarer. Entscheidungen werden schneller getroffen. Gespräche bekommen Tiefe. Kunden reagieren verbindlicher.
Mitarbeitende fühlen sich geführt.
Wer keine Angst mehr hat, sichtbar zu sein, wirkt souverän. Wer souverän wirkt, wird ernst genommen. Und wer ernst genommen wird, gewinnt Vertrauen.
Das Ergebnis ist nicht nur mehr Umsatz. Es ist mehr Leichtigkeit in Führung, mehr Klarheit im Auftritt und eine Kommunikation, die nicht mehr rechtfertigt, sondern gestaltet.
Welche konkreten Angebote umfasst Ihre Arbeit?
Im Zentrum steht mein Business und Lebenskompass, basierend auf dem FAN Modell. Er hilft Unternehmer:innen und Führungskräften nicht nur bei einer klaren strategischen Neuausrichtung, sondern vor allem dabei, ihr eigenes Thema zu finden. Ihr Warum. Ihre Mission.
Viele wissen fachlich unglaublich viel, aber sie wissen nicht, wofür sie wirklich stehen wollen. Der Kompass bringt genau hier Klarheit. Er verbindet Positionierung mit innerer Ausrichtung, damit Sichtbarkeit nicht gespielt, sondern gelebt wird. Wer sein Warum kennt, muss sich nicht verbiegen.
Im Live Seminar FANomenal SICHTBAR schärfen wir Positionierung, Purpose und strategische Sichtbarkeit. Hier wird aus diffusem Wissen eine klare Botschaft.
Im Seminar FANomenal REDEN trainieren wir Bühnenpräsenz, Storytelling und souveräne Kommunikation, damit Vorträge nicht nur inspirieren, sondern Entscheidungen auslösen.
Im FAN Circle begleite ich Unternehmerinnen langfristig beim systematischen Aufbau ihrer Marke und ihres Personal Brandings.
Und mit ausgewählten Unternehmerinnen und Führungskräften arbeite ich ein Jahr lang im exklusiven 1:1 Business Coaching. Dort geht es um tiefgehende strategische Neuausrichtung, klare Sichtbarkeitsarchitektur und nachhaltige Wirkung – innen wie außen.
Gab es ein Erlebnis, das Ihnen besonders gezeigt hat, wie kraftvoll Sichtbarkeit ist?
Ja. Ein Restaurantunternehmer schrieb mir verzweifelt. Überall fehlten ihm Mitarbeitende. Sieben Tage die Woche stand er selbst in der Küche. Keine Zeit für seine Familie. Er fragte: „Was soll ich noch tun?“
Ich sagte: Zeig dich.
Zeig auf Social Media, wie du führst. Wie du denkst. Wie du fühlst. Sichtbarkeit ist ein Instrument zur Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität. Menschen bewerben sich nicht nur auf Jobs. Sie bewerben sich auf Zugehörigkeit.
Er sagte, er habe keine Zeit. Ich sagte: Jeden Tag ein Video. Echt. Ungeschönt.
Nach 14 Tagen stellte er drei Mitarbeitende ein. Nach drei Monaten zwölf. Ein Jahr später war er zwei Wochen im Urlaub, das Restaurant lief besser denn je. Heute steht er drei Tage nicht mehr in der Küche und baut sein zweites Standbein auf.
Was sich verändert hat, war nicht sein Können. Es war seine Sichtbarkeit und seine souveräne Kommunikation als Unternehmer.
Und dann war da eine Unternehmerin, die trotz Applaus keine Kunden gewann. Wir schärften ihre Positionierung, trainierten ihren Pitch, stärkten ihre Bühnenpräsenz. Drei Monate später hielt sie eine Keynote und gewann konkrete Aufträge.
Das ist für mich echte Wirkung.
Sichtbarkeit ist keine Eitelkeit. Sie ist Führungsverantwortung. Und wer sie strategisch nutzt, verändert nicht nur sein Business, sondern sein gesamtes unternehmerisches Leben.




