Heinrich Windhagauer verbindet über 30 Jahre Erfahrung in fernöstlichen Traditionen mit moderner Körperarbeit zu einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz. Nach einer eigenen prägenden Erfahrung mit TCM fand Heinrich Windhagauer seinen Weg zu Qigong, Heilmassage und energetischen Methoden, die Körper und Geist gleichermaßen stärken.
Mit mamandi begleitet er Menschen auf einem Weg, der über Symptomlinderung hinausgeht. Sein Ziel ist es, innere Lebendigkeit zu wecken und Gesundheit bewusst in die eigene Verantwortung zu nehmen.
Interview mit Heinrich Windhagauer
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, mamandi zu gründen und Ihre über 30-jährige Erfahrung in fernöstlichen Traditionen weiterzugeben?
Der erste Impuls war, indem ich selbst Hilfe durch die TCM erfahren und sofort gemerkt habe, dass das ganz was Wichtiges für alle ist. Eine schwere Allergie mit Atemnot am Abend wurde innerhalb kurzer Zeit wesentlich besser.
Schon ein kleiner Aufwand mit Selbstmassage von Akupunkturpunkten zeigte Linderung in sanfter, nachhaltiger Weise. Da war ich so begeistert, dass ich stundenlang im Garten Qigong übte.
Die Gäste der Nachbarn waren regelrecht besorgt, sie fragen: „Was ist mit dem armen, jungen Mann, ist er autistisch oder hat er eine andere psychische Krankheit?“ Aber ich verfolgte diese Methode sehr intensiv und hatte strenge Lehrer und Gurus. Und sehr früh mit zirka 20 Jahren wurde ich Teil einer Gruppe, die Übungen vorzeigen und Wochenendseminare mitgestalten durfte.
Der Begriff Mamandi beschreibt die ganze Philosophie hinter meiner Tätigkeit und Zielsetzung.
Mein Guru verwendete ihn immer, um einen Prozess zu beschreiben, der uns fortwährend immer näher zu unserer inneren Lebendigkeit bringen kann und schließlich auch nach außen Früchte trägt. In dieser Bezeichnung spiegelt sich mein Bestreben, Menschen einzeln in Behandlung und in der Gruppe auf diesem inneren Weg begleiten zu wollen.
Welche Angebote bieten Sie mit mamandi an – von klassischer Heilmassage über spezielle Techniken bis hin zu Qigong – und an wen richten sie sich?
In der Heilmassage wird nach einem eingehenden Gespräch gezielt nach Impulsen und Methoden gesucht, die dem Patienten helfen, sich wieder besser zu fühlen.
In die klassische Massagetechnik wird dabei immer Lymphdrainage, Meridian- und Reflexzonentechnik mit eingearbeitet. Dass der Patient dabei mit viel Wärme und Kräuteröle verwöhnt wird ist bei mir selbstverständlich und Voraussetzung dafür, dass es währenddessen zu einer guten Entspannung kommen kann – auch wenn es immer wieder anstrengend sein wird, wenn Bereiche im Körper sehr verkrampft und verspannt sind!
Hier greifen dann das Wissen und die Erfahrung aus Qigong. Bereits während der Behandlung und dann auch für zu Hause gibt es kleine Übungen und Visualisierungen, um tiefere und nachhaltigere Ergebnisse zu erzielen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut sich diese fernöstliche Methode einbringen kann für den Behandlungserfolg.
Am Ende der Behandlung arbeite ich oft mit Kinesiotaping und/oder Akupunkt-Magnete, um die Wirkung der Behandlung noch länger zu erhalten.
Für das Qigong selbst gibt es die Möglichkeit, Menschen einzeln zu unterweisen und eher persönlich und direkt auf die derzeitige Situation einzugehen oder in Kleingruppen allgemein gute Übungen zu machen.
Dort spielen auch die Gruppendynamik und die gebündelte Energetik (die tatsächlich entsteht) eine große Rolle. Das kann Menschen eine große Hilfe sein, die durch schwere Krankheit oder schwierige psychische Zustände dabei Linderung erfahren.
Wie verbinden Sie klassische Massagetherapie, Aromatherapie, Tuina APM, Reflexzonenbehandlung und Qigong zu einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept?
Jetzt beginnen die Fragen spannend zu werden. Es gibt in diesen fernöstlichen Methoden einen grundsätzlichen Ansatz, der in der reinen klassischen westlichen Medizin komplett vernachlässigt wird.
„Energie wirkt, ob man es glaubt oder nicht, oder ob man damit bewusst umgeht oder sich nicht darum kümmert.“ (HW)
Diese persönliche vitale Kraft ist immer dort, wo die Aufmerksamkeit ist. Ob ich bei mir bin, wenn ich etwas über längere Zeit in einer meditativen Art und Weise mache, oder ob ich durch das Internet scrolle, sie ist exakt dort.
Wenn ich in einer angenehmen Runde mich in kreativer und lebendiger Art und Weise unterhalte oder mir ständig das Leben anderer in den diversesten Plattformen einverleibe, genau da ist meine ganz persönliche Kraft investiert.
Wir können uns dieser schnelllebigen Zeit sehr schwer entziehen und es kann auch nicht der einzige Ausweg sein in die Einsiedelei. Genauso ist damit gemeint, dass wir scheitern werden, wenn wir uns nur mehr in Philosophie und Energetik einmummen.
Wir müssen unser Leben ausleben, es genießen und uns daran erfreuen. Wir sind Fleisch geworden auf dieser wunderbaren Mutter Erde, einem blau strahlenden Juwel im weiten Kosmos. In Dankbarkeit die Tage pflücken, wie sie kommen, das wäre ein guter Ansatz. „MANTA REI“ – PFLÜCKE DEN TAG. (Finde ich besser als nütze den Tag.)
Daraus ergibt sich dieser ganzheitliche Ansatz für ein Gesundheits-Konzept, der vielleicht noch weitergeht, als die persönlich/körperliche Gesundheit, nämlich Heil-Sein. Dieser Sehnsucht nach Ganzheit nachkommen.
Kurz- und mittelfristig soll die Heilmassage mit all ihren Spezialtechniken wie Tuina, Reflexzonen und APM eine Linderung bringen, und auch gewisse Kraft, damit man selber wieder besser aktiv sein kann.
Hier setzt dann fernöstliches Wissen über das Tun und Sein im Alltag ein, um die vitale Energie im Hintergrund zu stabilisieren und aufzubauen. Qigong hilft dabei so gezielt und direkt wie keine andere Methode in der Energiearbeit. Leicht zu erlernen und im Alltag zu integrieren ist für alle was dabei.
Meine Frau unterrichtet auch schon jahrelang. Und wir unterhalten uns oft lebhaft über diese Dinge. Das ist großartig, denn wie gesagt, man ist schnell als verrückt abgestempelt, selbst in der eigenen Familie – obwohl es eine bewährte Sache ist, die in einem Land innig praktiziert wird, das bekannt ist für die zielstrebige und beharrliche Art seiner Menschen.
Die Chinesen haben Fokus und Konsequenz in einem für uns unglaublichen Ausmaß, was uns schon etwas das Fürchten lehren kann.
Es gibt eine genaue Struktur hinter der Energetik, sozusagen eine energetische Anatomie – und auch eine Dynamik, die erstaunlich exakt dokumentiert ist. Da ist Offenheit gefragt und das Bewusstsein, dass man mit diesem Wissen und der Umsetzung sich ganz konkret Vorteile verschaffen kann.
Aber das vitale Energie und die Kraft der Aufmerksamkeit vieles bewirken können, kann man schon in der Heilmassage gut spüren. Und viele fragen sich dann, warum man gewisse Sachen schon nicht viel früher gewusst hat, weil sie in einfacher Art und Weise uns zu einem tiefen Verständnis unseres Körpers führen.
Und es tut gut. Übungen für diese innere Einkehr erzeugen innere Ruhe und inneren Frieden. Wir reden immer davon, und schreiben diese Sachen in schöne Texte und Sprüche. Aber es geht nicht um nette Gedanken in schönen Formulierungen. Es ist die unmittelbare Wahrnehmung von etwas, das wir nicht neu erfinden müssen sondern etwas, das uns immanent ist!
Heinrich Windhagauer: Gesundheit und innere Kraft bewusst leben
Sie sprechen davon, Gesundheit und Spirit selbst in die Hand zu nehmen – was bedeutet das konkret im Alltag?
Zum einen gilt es, diese Tatsache anzuerkennen, dass die vitale Energie, die hinter allen körperlichen Prozessen wirkt und sie begleitet und unterstützt. Dann müssen wir diese Energie nutzbar machen durch mehr Fokus auf das eigene Tun und Sein im Alltag.
Wenn man das Eigene dann noch entrümpelt, anstatt sich wieder einen bunten Mantel umzuhängen von irgendeiner Ideologie oder verschiedenen Trends, dann ist man schon auf einem guten Weg.
Täglich kleine Rituale der inneren Einkehr festigen und harmonisieren das Gemüt, die Stimmung und die persönliche Kraft.
Und dann spürt man in ruhigen Momenten was einen ausmacht, dieses wahre Selbst, oder noch schöner, das authentische Selbst, das aus der Tiefe mich in jeder Faser widerspiegelt.
Und wenn anstatt nur zu funktionieren, ich aktiv meinen Weg verfolgen kann, führe ich ein Leben, das fernab von irrigen Work-Life-Balance Vorstellungen gelingt, weil dann alle Tätigkeiten sich nicht mehr vom Leben und der Lebendigkeit unterscheiden.
Wenn wir uns diesem Ideal annähern, dann ordnet sich vieles andere, weil wir z.B die Ernährung nicht brauchen, um uns zu trösten oder Unzufriedenheit zu betäuben, sondern einen guten persönlichen Rhythmus finden, der das Leben wieder leicht und wunderbar erscheinen lässt,…
frei nach dem Motto von Ludwig-Wittgenstein:
Die wahre Kunst des Lebens ist, sich zu beschränken.
Welche Rolle spielen kleine Rituale und bewährte Methoden auf dem Weg zu innerer Ganzheit?
Kleine Rituale sind essenziell.
Innere Einkehr war Bestandteil jeder Kultur in der Vergangenheit. So etwas wie eine Mitte in sich zu haben und aus dieser heraus den Tag anzugehen.
Wir werden in dieser harten Konsumgesellschaft darauf gedrängt, Mangel-Bewusstsein zu haben und um das ganze voranzutreiben und immer etwas zu brauchen. Ich werde das System nicht stürzen, indem ich den Menschen sage, sie sollen sich wieder mehr zentrieren und fokussieren und auf die eigene Energie achten.
Im Gegenteil würde es der Gesellschaft guttun, wenn mehr Menschen schon in jungen Jahren ein gutes Selbstbewusstsein finden dadurch ein achtsames Leben führen.
Wie schon erwähnt gibt es erstaunliche Aufzeichnungen in den weisen Büchern des Fernen Ostens über die Wirkung dieser Übungen und Meditationen.
Wesentlich ist dabei eine liebevolle Konsequenz zu sich selber, diese Übungen im überschaubaren Ausmaß von vlt. 15 bis 20 Minuten zu machen sei es morgens oder abends, um Fortschritte bei sich selber zu haben.
Gab es einen Moment in Ihrer Arbeit, der Ihnen besonders gezeigt hat, wie kraftvoll dieser Weg für Ihre Klient:innen sein kann?
Aus der Praxis kann ich berichten, dass ein besseres Wissen über den Körper und hier vor allem über eine gute, anatomisch richtige Atmung unheimlich viel bewirken kann.
Auch die Atmung folgt der Vorstellung, und wenn Patienten mit Engegefühl in der Brust oder Druckgefühl im Kopf nur dadurch Besserung spüren, wenn sie wieder zu einer anatomisch richtigen Atmung finden, habe ich eine große Freude, das mitzuerleben.
Ich freue mich immer wieder über gute Rückmeldungen der Patienten und Kunden, weil wir durch Gespräche während der Behandlung gemeinsam erkennen, wo es wichtig ist, Dinge zu verändern.
Ein enormer Anteil am Erfolg der Behandlung ist auch das Vermitteln von Wissen über den Körper und dann verschiedensten Prozessen, was in der Schule oder leider auch in den verschiedensten Praxen viel zu kurz kommt, weil da keine Zeit ist.
Hier mal Gegenfragen, können sie mir sagen, wie man atmet? Wie geht Bauchatmen? Nach dieser furchtbaren Zeit von Corona kann mir das niemand sagen! Oder wie funktioniert eine Bandscheibe oder grundsätzlich wie werden Gelenke genährt?
Alleine den Patienten zu erklären, wie die Atmung anatomisch gut funktioniert bewirkt wirklich Wunder! Wenn dann noch jemand die Achtsamkeit mit dazu nimmt, ist es schon schlecht für mein Geschäft. Aber das ist gut so 🙂
Film zu Qigong und Dr. Gerhard Wenzel




