Interviews

Stephanie Brandl: Ganzheitliche Physiotherapie für nachhaltige Gesundheit

Mit einem ganzheitlichen Blick auf Körper und Lebensstil begleitet Stephanie Brandl ihre Patient:innen auf dem Weg zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität. In ihrer Arbeit verbindet sie klassische Physiotherapie mit Training, Coaching und individueller Begleitung.

Im Interview spricht sie darüber, warum nachhaltige Gesundheit mehr als reine Symptombehandlung ist, wie wichtig Eigenverantwortung im Heilungsprozess ist und wie kleine Veränderungen im Alltag langfristig große Wirkung entfalten können.

Stephanie Brandl im Interview

Stephanie Brandl Interview

Was hat Sie dazu bewegt, als Physiotherapeutin zu arbeiten und Menschen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit und Beweglichkeit zu begleiten?

Ich arbeite sehr gerne mit Menschen und wollte immer einen Beruf ausüben, der Sinn stiftet. Es erfüllt mich, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern.

Besonders schön ist es für mich, die Fortschritte meiner Patient:innen mitzuerleben und zu sehen, wie sie wieder mehr Beweglichkeit, Selbstvertrauen und Freude im Alltag gewinnen.

Was mich an meinem Beruf besonders begeistert, ist die Möglichkeit, Menschen langfristig zu begleiten und ihnen Werkzeuge mitzugeben, die sie nachhaltig im Alltag einsetzen können.

Oft sind es nicht nur die körperlichen Beschwerden, die behandelt werden müssen, sondern auch Stress, Überforderung, Ernährung oder fehlende Bewegung im Alltag, die sich auf die Gesundheit auswirken. Genau diese ganzheitliche Arbeit macht meinen Beruf für mich so wertvoll und abwechslungsreich.

Sie setzen auf individuelle Therapie- und Trainingsprogramme – wie entwickeln Sie für Ihre Patient:innen ein passendes Behandlungskonzept?

Am Anfang steht immer ein ausführliches Anamnesegespräch. Dabei ist es mir wichtig, den Menschen hinter den Beschwerden kennenzulernen, mehr über Erwartungen, Ziele und Wünsche zu erfahren und gemeinsam ein realistisches Therapieziel zu definieren.

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Belastungen und Ressourcen mit – deshalb gibt es bei mir keine Behandlung nach Schema F. Ich versuche, meine Patient:innen genau dort abzuholen, wo sie gerade stehen, und ein Konzept zu entwickeln, das individuell zu ihrer aktuellen Lebenssituation und ihren Möglichkeiten passt.

Mit welchen Beschwerden oder Einschränkungen kommen Menschen am häufigsten zu Ihnen in die Praxis?

Am häufigsten kommen Patient:innen mit Beschwerden des Bewegungsapparates zu mir – vor allem mit Rücken-, Knie- oder Schulterschmerzen.

Viele suchen meine Unterstützung bei akuten Schmerzen oder im Rehabilitationsprozess nach Operationen. Gleichzeitig betreue ich immer mehr Menschen, die präventiv etwas für ihre Gesundheit tun möchten, um Beschwerden frühzeitig vorzubeugen.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Begleitung von Patientinnen mit Lipödem. Diese begleite ich oft über einen längeren Zeitraum – mit aktiver Therapie, entstauenden Maßnahmen vor und nach Operationen sowie Coaching rund um Hormonbalance und einen gesunden Lebensstil.

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist eine langfristige und individuelle Begleitung besonders wichtig, weil körperliche Beschwerden oft auch emotional belastend sein können.

Stephanie Brandl: Individuelle Therapie für nachhaltige Gesundheit

Stephanie Brandl stephanie-brandl.at

Sie bieten ein breites Spektrum von Physiotherapie bis zur Lymphdrainage an – welche Behandlungen sind besonders gefragt und wann kommen sie zum Einsatz?

Besonders gefragt sind Trainingstherapie, manuelle Therapie und Gesundheitscoaching – vor allem bei chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates und anhaltenden Schmerzen.

Ebenso häufig kommen Patient:innen wegen Lymphdrainage und Entstauungstherapie zu mir, beispielsweise bei Erkrankungen des Lymphsystems, postoperativen Ödemen oder Lipödem. Je nach Beschwerden kombiniere ich verschiedene Therapieformen, um eine möglichst nachhaltige Verbesserung zu erreichen.

Viele Menschen wünschen sich schnelle Lösungen, aber nachhaltige Veränderung braucht meist Zeit, Bewegung und ein besseres Verständnis für den eigenen Körper. Genau dabei unterstütze ich meine Patient:innen Schritt für Schritt.

Viele Menschen wissen grundsätzlich, was ihnen guttun würde, schaffen es aber im stressigen Alltag oft nicht, gesunde Gewohnheiten langfristig umzusetzen.

Genau hier kann Coaching helfen – nicht mit Druck oder Perfektion, sondern mit kleinen, realistischen Veränderungen, die dauerhaft integrierbar sind. Mein Ziel ist es, dass Patient:innen lernen, ihren Körper besser zu verstehen und wieder Vertrauen in ihn zu entwickeln.

Gleichzeitig gibt es Situationen – etwa nach Operationen oder bei starken Schmerzen –, in denen passive Maßnahmen wie manuelle Therapie oder Lymphdrainage besonders wichtig sind, um Schmerzen zu lindern und Heilungsprozesse zu unterstützen.

Sie legen großen Wert auf Eigenverantwortung – welche Rolle spielt diese für den Behandlungserfolg?

Eigenverantwortung spielt vor allem bei chronischen Beschwerden und im Rehabilitationsprozess nach Operationen eine zentrale Rolle. Ich vergleiche es gerne mit einem Auto: Ich möchte selbst am Steuer sitzen und entscheiden, wohin die Fahrt geht – nicht nur am Beifahrersitz sitzen und hoffen, dass sich etwas verändert. Genauso ist es auch mit der Gesundheit.

Ich kann als Therapeutin unterstützen, Impulse geben und einen Veränderungsprozess begleiten, aber den wichtigsten Teil des Weges müssen die Patient:innen selbst gehen. Beschwerden, die sich über viele Jahre entwickelt haben, lassen sich nicht in wenigen Therapieeinheiten „wegzaubern“.

Deshalb ist es mir wichtig, Menschen nicht nur körperlich, sondern auch mental im Veränderungsprozess zu begleiten. Aus diesem Grund habe ich zahlreiche Coachingausbildungen absolviert. Denn Gesundheit beginnt meiner Meinung nach nicht erst auf der Behandlungsbank, sondern bereits im Denken und im täglichen Umgang mit sich selbst.

Sie bieten auch betriebliche Gesundheitsförderung an – wie können Unternehmen aktiv zur Gesundheit ihrer Mitarbeiter beitragen?

Gesunde und ausgeglichene Mitarbeiter:innen sind leistungsfähiger, motivierter und langfristig auch verlässlicher für ein Unternehmen. Gleichzeitig verursachen krankheitsbedingte Ausfälle und Langzeitkrankenstände enorme Kosten.

Studien zeigen mittlerweile klar, dass sich Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter:innen auch wirtschaftlich lohnen.

Unternehmen können viel dazu beitragen, indem sie Rahmenbedingungen schaffen, die einen gesunden und abwechslungsreichen Arbeitsalltag ermöglichen – etwa durch mehr Bewegung, ergonomische Arbeitsplätze, bewusste Pausen oder die Förderung gesunder Gewohnheiten.

Gerade in einer Zeit, in der Burnout, chronische Rückenschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit zählen, wird betriebliche Gesundheitsförderung immer wichtiger.

Durch meine tägliche Arbeit kenne ich die typischen Beschwerden vieler Berufsgruppen – von Büroarbeit über Schichtdienst bis hin zur Produktion. Gemeinsam mit Unternehmen analysiere ich die Anforderungen und Herausforderungen am Arbeitsplatz und entwickle individuelle Gesundheitsprogramme.

Diese umfassen sowohl Wissensvermittlung als auch aktive Einheiten und Coaching zu Themen wie Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Schmerzprävention.

Mir ist dabei besonders wichtig, Gesundheitsförderung alltagstauglich zu gestalten.

Schon kleine Veränderungen im Arbeitsalltag können langfristig einen großen Unterschied machen – sowohl für die Gesundheit der Mitarbeiter:innen als auch für das Betriebsklima und die Zufriedenheit im Unternehmen.

Über Stephanie Brandl:

Ich arbeite seit sechs Jahren selbstständig als Physiotherapeutin und praktiziere seit etwa einem Jahr in Salzburg. Auch privat ist mir ein gesunder Lebensstil wichtig – aber ohne Druck und mit viel Freude am Leben. In meiner Freizeit reise ich unglaublich gerne, tanze Salsa und Bachata und verbringe viel Zeit in meinem Garten. Ich liebe es, Neues zu entdecken, kreativ zu sein und mir kleine Auszeiten in der Natur zu schaffen. In meinem eigenen Leben habe ich schon oft Mut bewiesen und Veränderungen gewagt. Genau deshalb motiviere ich auch gerne andere Menschen, auf sich selbst zu achten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und neue Wege zu gehen.

Passende Zitiate:

·  „Kümmere dich um deinen Körper. Er ist der einzige Ort, den du zum Leben hast.“ – Jim Rohn

·  „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“ – Lao Tzu

·  „Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“ – Albert Einstein

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